Es hat tatsächlich jemand geschafft, seine Post zu lesen und sich dann getraut, unsere Fragen zu beantworten. Der Erste, den wir in der Reihe Menschen in Württemberg somit vorstellen, ist Herr Kovarro aus Zwiefalten.
Johann: Wer und woher seid Ihr (Beruf, Familie, Wohnort, Alter wenn ihr wollt...)?
Kovarro: Kovarro, Weizen und Gemüsebauer, Zwiefalten. Geht Euch nichte an.
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?
Kovarro: Nein ich komme aus einem anderen Land was man wohl Wüste nennt. Ich hatte meine Gründe.
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?
Kovarro: Arbeiten, Tee trinken mit Freunden.
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt?
Kovarro: In Falten ist das Schöne das man wie eine große Familie ist, jeder hilft
jedem. Was mich stört? Das Leute weggehen weil sie den Lügen anderer glauben.
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?
Kovarro: Dunkle Nacht war es und die Nomaden lagen in ihren Zelten und
schliefen. Lange hatte es gedauert bis man zu dieser Oase gelangt war um
die edlen Tiere ausreichend zu tränken. Der junge Blutreiter lag neben
seiner Ehefrau und schlief lächelnd ohne zu wissen das die eingeteilte
Wache an einer Dattelpalme saß und langsam ebenfalls in das Land der
Träume glitt. Friedlich lag die Oase inmitten der Wüste hin und wieder
war ein leises Schnauben der Pferde zuhören oder das Maulen der Kamele.
Kovarro legte im Schlaf seine Arme fest um sein Weib sie waren auch erst
etwas über ein Jahr verheiratet. Ein Stück weiter neben der elterlichen
Bettstatt hing ein Körbchen in dem die Tochter schlief. Grade vier
Monde als war das Kind also alles in allem eine friedliche Szene. Dem
Wächter waren die Augen zugefallen sonst hätte er die huschenden
Schatten gesehen die das Lager betraten.
Ein gellender Schrei riss die Schlafenden aus ihren Träumen. Kurze Zeit
später brach dei Hölle los. Überall waren Feinde man hörte das Klirren
wenn Klingen auf Klingen trafen. Hier und da einen Aufschrei wenn einer
der Männer durchbohrt wurde und tot in den Sand fielen. Kovarro nahm
seine schwerter und eilte hinaus, er gab seiner Frau den Befehl sich und
das Kind in sicherheit zubringen bevor er sich in den Kampf stürzte.
Übermächtig erschien die Horde die sie überfallen hatte und er schickte
einige der Feinde zu ihren Ahnen doch ein Reiter kam herangeprescht und
hieb ihm mit einer Keule auf den Kopf das er wie vom Blitz getroffen zu
Boden ging und sein Blut den Sand tränkte.
Für tot hielten die Feinde ihn und zerrten dann sein Weib und sein Kind
aus dem Zelt. Sie wehrte sich mit Händen und Füssen und versuchte das
Kind zu schützen. Die Kerle lachten und stießen dem Kind einen Dolch in
die Kehle bevor sich die Kerle auf das Weib warfen und sie
Vergewaltigen. Als sie fertig mit ihr waren schnitt einer ihr die Kehle
durch udn spuckt auf sie.
Im Lager wurden Die die sich ergaben gefesselt und die Pferde zusammen
getrieben. Viele waren gestorben und lagen in ihrem Blut, Kinder die zu
klein waren um arbeiten zukönnen wurden alle getötet und im Sand liegen
gelassen. Die Tiere der Wüste würden sich der Leichen schon annehmen.
Als sie alles was sich lohnte verstaut hatten trieben sie die Menschen
und Pferde in die Wüste zu ihren eigenen Lager. Die Gefangenen wurden
als Sklaven gebrandmarkt sie würden ihre Zeit damit fristen zutun was
auch immer man ihnen befahl.
Stunden später die Sonne stand schon Hoch am Himmel und brannte
erbarmungslos herunter als Kovarro erwachte. Sein Schädel schien zu
zerspringen und alles um ihn herum drehte sich. Quälend langsam richtete
er sich auf und kämpfte gegen die Übelkeit an. Fast Blind durch das
Blut was über seine Augen gelaufen war tastete er sich vorwärts bis er
an die Wasserstelle gelangte und sein Gesicht ins Wasser hielt. Bitte
lass es nur ein böser Traum gewesen sein. Denkt er und wischt sich das
Wasser aus den Augen, doch war es kein Traum... Wohin er auch schaute
lagen seine toten Leute im Sand die eigenen Toten hatten sie mitgenommen
um sie durch das Feuer zu ihren Gott zuschicken.
Mühsam stellte er sich hin und rief nach seiner Frau , vergeblich.. Als
er durch die Reste des Lagers lief fand er seine Frau denen leere Augen
zum Himmel blickten und ein paar Schritte weiter seine kleine Tochter in
ihrem Blut. Er brach zusammen und schrie seinen Scmerz hinaus in die
gleichgültigen Ohren der Wüstenbewohner die sich schon über die Toten
hermachten.
Wielange er dort kniete wusste er nicht und nachdem seine Tränen
versiegt waren begann er alles zu durchsuchen. Ein kleines Zelt und ein
pssr andere Dinge die er brauchte legte er zur seite und bekann dann den
rest aufzustapeln. Ein paar der Palmen mussten auch dran glauben und so
baute er einen Scheiterhaufen auf dem er dann seine Familie und Freunde
legte. Etwas Lampenöl goss er über die Leichen und entzünete dann das
größte Feuer was er je gesehen hatte.
Stumm verabschiedete der Wüstensohn von seinen Lieben und als das Feuer
nur noch glimmte zog er los gen Kairo. Hier bleiben konnte er nicht denn
alleine in der Wüste überleben war schier unmöglich, ausserdem hätte
man ihn getötet oder versklavt wenn man ihn entdeckt hätte....
Unbarmherzig brannte die Sonne auf ihn nieder. Gut das er sein ganzes
Leben in der Wüste verbracht hatte und wusste wo er Wasser finden
konnte. Viel hatte er nicht mitnehmen können und anfangs blieb er immer
wieder stehen und übergab sich. Dein Kopf schmerzte, nur gut das er ihn
verbunden hatte mir etwas Stoff den er in einem der Zelte gefunden
hatte. Es Blutete nicht mehr aber er fühlte sich elend. Wie sollte er
auch nicht? Kovarro hatte alles verloren und wusste nicht wohin, das
einzige was ihm in den Sinn kam war eine Hafenstadt in der er vor Jahren
mal war um ein paar Dinge zu kaufen.
Die Luft um ihn herum flimmerte ob der Hitze und wenn es garnicht mehr
ging stellte er das kleine Zelt auf und legte sich schlafen, nicht
wissend ob er wieder erwachen würde. Als Kämpfer hatte er früh gelernt
was man tun musste bei Wunden und so hatte er seine Kopfwunde
ausgewaschen und mit Honig beträufelt. Honig so sagte man ihm wäre ein
Garant dafür das sich die Wunde nicht entzündet und besser verheilt.
So lief der Wüstensohn in der glühenden Hitze weiter, Stück für Stück
kam er seinem Ziel näher. Auch wurde sein Kopf immer besser und tat nach
einigen Tagen kaum noch weh, einzig sein Herz schmerzte es war als
hätte man es in tausende Teile zerrissen und wenn er schlief träumte er
von seiner Familie. Die leeren Augen seiner Frau und der Anblick seines
Kindes welches in seinem Blute lag verfolgen ihn jede Nacht. Oft wachte
er schweißgebadet auf und musste sich umsehen ob es auch keine Verfolger
gab. Das einzige was ihn verfolgte waren seine bösen Träume...
Wochen mussten vergangen sein als er in der Ferne die große Stadt sah.
Das wenige Essen und die Kraft die der Körper brauchte um zuheilen hatte
aus dem einst stattlichen Mann ein ausgezertes Wesen gemacht. Die
schwarzen Augen hatten ihren Glanz verloren und der Stolz war dem
Schmerz gewichen. Eim jämmerliches Bild musste er wohl abgeben.
Auf dem Markt verkaufte er den Dolch seines Vaters und was er sonst noch
hergeben konnte und kaufte davon etwas essbares. Hungrig kauend lief er
zum Hafen und fand ein Schiff auf dem er Arbeiten konnte. Zunächst war
der Kapitän misstrauisch und hielt ihn für einen Banditen der die Ladung
ausspähen wollte doch als Kovarro ihm seine Geschichte erzählt hatte
stimmte er zu. So betrat der große Mann aus der Wüste zum ersten mal in
seinem Leben ein Schiff.
Auf dem Schiff
Ganz geheuer war ihm der schwimmende Kasten nicht und kaum hatten sie
abgelegt wurde ihm übel. Das wenige was er zu sich nahm verliess seinen
Körper auch wieder auf dem selben Weg. Kreuz elend war ihm und doch
musste er hart schuften um seine Überfahrt ab zu arbeiten.
Von früh am Morgen bis es dunkel wurde war Kovarro beschäftigt. Nie
hätte er gedacht das man auf einem einzigen Schiff soviel arbeiten
musste. Abends dann bevor er sich in einem der Lagerräume zum Schöafen
legte aß er etwas hartes Brot und ein paar getrocknete Früchte. Meist
waren es Dattel die er auf dem Weg gesammelt und in der heißen
Wüstensonne trocknen ließ. Ein Becher mit angestandenem Wasser aus einem
der Fäßer trank er und mit Glück blieb es drinnen.
Zusehenst wurde der Wüstensohn dünner und dünner. Das wenige Essen, das
ständige übergeben und die harte Arbeit auf dem Schiff hinterließ seine
Spuren. Von dem einst starken, breitschultrigen und muskulösen Mann war
nichts mehr zu erkennen. Tief lagen die Augen in den Höhlen, hohle
Wangen liessen ihn fast wie einen Totenschädel wirken. Die Rippen traten
heraus und der Bauch war eingefallen. Aber die anderen Männer auf dem
Schiff brachten ihm die Spreche bei welche man im Land der Deutschen
sprach und sein erstes Wort war Wasser...
Wort um Wort quälte der Orientale sich weiter, denn Hunger und Durst
waren seine ständigen Begleiter. Bald konnte er sich in sehr stark
gebrochenem Deutsch etwas unterhalten. Das es ihm mal weiter helfen
würde daran dachte er noch nicht.
Plötzlich rief jemand das Land gesichtet wurde doch es war nur eine
Insel auf der man dann Wasser und Früchte die dort wuchsen einsammelte
und mühsam auf das Schiff brachte. Die erste Kokosnuss war ein Genuss
und gab ihm wieder etwas Kraft. Wie ein Löwenrudel kurz vor dem
Verhungern stürzten sich alle auf die Früchte und stopften sich so voll
das sie sich kaum noch bewegen wollten.
Er erholte sich etwas und legte sich nur im Lendenschurz bekleidet an
den Stand in die Sonne und lauschte den Geräuschen. Das Rauschen der
Bäume im leichten Wind. Das singen der Vögel und die entfernten rufe der
Kammeraden. Das einzige was fehlte war das Knarren der Takelage und das
knarzen des Holzes an das er sich schon gewöhnt hatte. Irgednwann
erscholl ein Ruf das man zurück aufs Schiff müsste und etwas
wiederwillig begab sich der Dunkelhäutige wieder an Bord der Schwalbe so
hieß das Schiff.
Wieder folgte Tag ein und Tag aus der gleiche Rhythmus. Inzwischen sah
er aus als würde er nur noch ein mit dunkler Haut überzogenes Skelett
sein mit glatten schlanken Muskeln. Dünn wie noch nie aber mit Kräften
eines Bären ausgestattet von der schweren Arbeit. Mit etwas gutem Essen
würde er schnell wieder er selbst werden hoffte er.
Nach über sechs Monaten auf dem Meer sprach er ganz passabel die sprache
der Deutschen er konnte sich verständigen das genügte fürs erste. Eines
Morgens wurde er durch laute Rufe und geschäftigem Treiben auf dem
Schiff geweckt. Er ging an Deck und man sagte ihm das man am Ziel wäre.
Eilig lief er hinunter und packte seine wenige Habe zusammen. Seine
Scimitare waren zum Glück unentdeckt geblieben und auch ein paar Sachen
besaß er noch denn er wollte nicht nur im Lendenschurz an Land gehen und
den Leuten wohl möglich anlaß geben sich aufzuregen.
Am zweiten März des Jahres 1462 betrat der Mann aus der Wüste zum ersten mal das Deutsche Königreich..
Etwas wacklig betrat der Wüstensohn nach vielen Monden wieder Festland.
Unterernährt war er fast nur Haut und Knochen dazu kam das er sich nur
mühsam verständigen konnte. So ließ er sich selten sehen, ging Arbeiten
um sich etwas Geld zu verdienen und kaufte sich bessere Nahrung damit er
Schwäche besiegen würde.
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?
Kovarro: Es gefällt mir das es schöne Flecken gibt und ich hier Freunde
gefunden habe, Was ich vermisse nun ich sage Euch was mich stört. Die
Blindheit, die Verlogenheit, die Oberflächlichkeit, die Intrigen und die
Hetzjagd an unschuldigen. Einige kompensieren ihr eigenes Unvermögen
ihr Amt zu erfüllen mit Hass Triaden, sie Verbeißen sich so darin das
sie Blind sind für die Wahrheit. Die Unsitte das eine Frage mit einer
Gegenfrage beantwortet wird ist hier genauso schlimm. Wenn ich einen
Wunsch hätte dann den das Gott diesen Verlogenen die Zunge im Mund
verdorren lässt und ihnen das zuteil werden lässt was sie dem Volk antun
für das sie ja Sorgen sollten und nicht vernichten.
Vielen Dank, daß Ihr Euch die Zeit genommen habt.
