Freitag, 31. Oktober 2014

Eierpunsch bei Kinderwunsch!

Sowohl der Bader als auch die Rezeptrubrik könnten Anspruch auf diesen Artikel haben, denn wenn man es richtig anstellt, geht es heute um mehr als den Magen.

Man achte darauf, daß die Angetraute in guter Stimmung ist, lege Holz im Kamin nach und ein Fell davor. Ist die Angetraute biestig, schicke man sie zur Beichte und wende sich an eine Magd seiner Wahl.

Zuvor hat man seine Hühner um 10 Eier erleichtert, eine Tasse Rum, eine Tasse Wasser, 375 Gramm Zucker und einen Liter Weißwein bereitgestellt.

Alle Zutaten füllt man nun in einen Milchtopf oder erwärmt es in einem anderen Topf in einem Wasserbad. Sobald das Wasser zu kochen beginnt, schlägt man den Topfinhalt solange, bis er dickflüßig geworden ist.

Den fertigen Punsch füllt man in zwei Becher und serviert ihn der Angetrauten oder Magd vor dem Kaminfeuer.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Elfe. aus Zollern

Die heutige Teilnehmerin von Menschen in Württemberg stammt aus dem eher ruhigen Zollern.

Johann: Wer und woher seid Ihr? 

Elfe.: Mein Name ist Elfe. von Auenfeld, Freifrau von Blaubeuren und lebe in Zollern. Habe eine tolle Tochter mit Namen Madlein von Auenfeld (adoptiert) und einen tollen Enkel Arthus. Bin Bäckerin von Beruf. 
 
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen? 

Elfe.: Nein ich lebe noch nicht sehr lange in Zollern. Habe vorher viele Jahre in Zwiefalten gelebt. Ich zog wegen der Liebe nach Zollern. 

Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?

Elfe.: Meine Zeit verbringe ich häufig in meiner Backstube oder in der Universität von Württemberg um mein Studium als Medizinerin voranzubringen.

Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Elfe.: (überlegt etwas) Es gibt Menschen in Zollern, die einen herzlich aufgenommen haben. Das ist das schöne an diesem Ort. Was mich aber etwas stört, ist die Ruhe dort. Schade, dass viele Bürger nach der Arbeit nicht in ein Wirtshaus kommen, um ein Feierabendbierchen zu trinken. 

Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet? 

Elfe.: Ja die habe ich. Ich habe einst einen Holzfäller Wettbewerb für Württemberg organisiert und veranstaltet. Es war wirklich schön mit anzusehen, wie viele Bürger daran teilgenommen und Spaß am Holzen hatten. 

Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg? 

Elfe.: Die Gemeinschaft der Bürger von Württemberg gefällt mir sehr gut. Wenn Hilfe gebraucht wird, gibt es immer wieder Bürger, die sofort Helfen ohne nachzudenken.

Wir lernen: Auch in den ruhigen Dörfern läßt es sich leben, es ist sogar noch Bier übrig. Vielen Dank an die werte Elfe. für die Beantwortung unserer Fragen.

Neues vom Bader

Bei Blähungen nehme man nach jeder Mahlzeit zwei Stängel Petersilie zu sich. Dieses aromatische Kraut regt die Verdauung an und lässt luftige Krämpfe im Bauch verschwinden.
Anderenfalls koche man sich einen Sud aus Kümmel und trinke den als Tee. So wie Fenchel, der nicht nur die Winde von Kleinkindern zu beruhigen weiß.


Für die schnelle Hilfe unterwegs kaue man lange auf einer halben Hand voll Kümmelkörnern und schlucke selbige dann runter. Man wird's Euch danken!

Dienstag, 28. Oktober 2014

Richtigstellung

In unserem letzten Artikel der Rubrik Menschen in Württemberg hat sich leider der Fehlerteufel eingeschlichen. Unser Gesprächspartner wird mit dem Namen Dino gerufen, nicht Odin!
Ob der werte Herr unsere Rosa abgelenkt oder unser Johann an der Druckpresse gepennt hat, werden wir nicht aufklären können. Wir danken daher der treuen Leserschaft des Wischblatts für die vielen Zuschriften und bitten dieses Versehen zu entschuldigen!

Odin aus Zwiefalten

Erneut in Zwiefalten lief uns Odin in die Arme. Ein Schmied aus Leidenschaft und ohne adlige Allüren. Spontan stand er unserer rasenden Rosa Rede und Antwort.

Rosa: Wer und woher seid Ihr? 

Odin: Odin von der Landstrasse bei den Maisweiden von Balingen nach Schöntal über Rosenfeld zwischen MacKenzie und Araja. Ich wohn in Zwiefalten. Ich glaub ich bin 23.

Rosa: Habt Ihr immer schon dort gelebt, wo Ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt Ihr vorher gelebt und warum seid Ihr umgezogen? 

Odin: Ich hab zuerst in Heilbronn gelebt, dann in Stuttgart, dann in Rottweil, jetzt in Falten. In Heilbronn war ein böser BM, in Stuttgart war böse Langeweile, in Reutlingen wars zu voll und dann hab ich geheiratet. Mais, einfach Mais.

Rosa: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Odin: Wenn ich zuhause bin, steh ich morgens auf, frühstücke, schmiede, geh abends ins Wirtshaus. Oder ihr höre mein Weib ab, sie studiert. Oder wir reisen. Unterwegs mach ich eigentlich fast das gleiche, nur schmieden geht nicht. Manchmal geh ich in Schloss um zu hören was sich so tut. Oder in die Württemberger Weinstuben.

Rosa: Was ist das Schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Odin: Mein Weib! Mein Weib wenns weg ist!
Naja Falten ist so ruhig geworden, aber ich mag die paar Leute dort. Und es ist mein zuhause
.

Rosa: Habt Ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was Ihr Euch immer erinnern werdet? 

Odin: Hm, den Maskenball in Heilbronn werd ich nie vergessen. Oder Burg Chrom. Meine erste Hose. Meine Umzüge. Meine Hochzeit. Artair auf die Nase zu hauen. Flitterwochen in Holland.

Rosa: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

Odin: Mir fehlt mehr Zusammenhalt. Klar sind, wenns nötig ist, immer Württemberger zur Stelle. Aber ich hab das Gefühl, als wären es immer dieselben die zupacken und immer dieselben die bloss meckern. Trotzdem ist Württemberg halt Württemberg. Es ist noch immer alles gutgegangen.

Möge es Euch auch gut ergehen und möget Ihr immer die richtige Stelle finden! Vielleicht hilft Euch ein Wischblatt dabei. Die Redaktion sagt jedenfalls Danke.

Montag, 27. Oktober 2014

Ganovenschreck

Nimmt die unendliche Geschichte, die Beziehung der Grafschaft Württemberg zur Pöbelgruppe der Vögel, kurzzeitig politisch auffällig unter dem Namen Neo, nun doch ein Ende?

Ein Rückblick: Etwa zur selben Zeit letzten Jahres wurde Württemberg erstmals von einer Bande heimgesucht, denen es tatsächlich gelang, eine Wahlliste zu erstellen und von einigen auch gewählt zu werden. Was Anfangs noch von so einigen Bürgern,die sich heute beim besten Willen an nichts mehr erinnern, als frischer Wind empfunden wurde, entwickelte sich bald zum Aussatz am Hintern Württembergs. Ein rauher Umgangston bürgerte sich ein und hat sich seitdem bei einigen leider bis heute gehalten.

Kurzum, eigentlich war man froh, daß die ganze Geschichte ein Ende nahm als die Gruppierung zwei Rathäuser erstürmte und sich mit den Talern aus dem Staub machte. Was waren schon ein paar Taler, wenn man wieder seine Ruhe hatte. Was dann folgte, würde jedem Theaterstück zu Ehren gereichen: Verbannungen, Anklagen, Verbannungen, Feindschaftserklärungen, Anklagen, Verbannungen, Reisevorschriften, Anklagen erfolgten in so kurzem Wechsel, daß selbst die Justiz den Überblick zu verlieren schien.

In drei Dörfern hat man ihnen die Stirn geboten, griffen beherzte, oder genervte, Bürger zu Knüppeln und Fackeln oder verrammelten die Rathaustüren und siehe da, es zeigte Wirkung. Was deutlich macht, daß der Plage beizukommen ist.

Daß bei Aussatz bloßes Kratzen am Hintern nicht ausreicht, scheint uns in Kürze unser aktueller Regent Jussi zeigen zu wollen. Denn wieder einmal wurden die Vögel verbannt und zu Feinden Württembergs erklärt. Vögel vogelfrei sozusagen. Nur scheint es diesmal nicht beim einfachen Drohen zu bleiben. Ein Banner steht bereit das Federvieh zu rupfen, denn sind die nicht willig, so braucht man Gewalt. Von dieser Stelle aus wünschen wir den Vogelfängern eine erfolgreiche Jagd, aufdaß in unserer schönen Provinz wieder Frieden und Ordnung herrschen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Haribert aus Esslingen

Das doch eher beschauliche Esslingen überrascht uns heute mit einem eingefleischten Soldaten.

Johann: Wer und woher seid Ihr?
Haribert: Mein Name ist Haribert von Araja, ich bin Soldat. Auf meinem Landgut wird zudem eine kleine Schmiede betrieben. Zudem darf ich in Esslingen das Amt des Bürgermeisters derzeit ausführen. Die Familie von Araja ist ein Adelsgeschlecht mit Wurzeln in Irland. 
 
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?
 
Haribert: Früher lebte ich in Baden in der gleichnamigen Provinz. Jedoch gab es Ärger im Zuge einer Armeereform, der mich ohne Grund vom Offizier zum Mannschaftsdienstgrad degradieren sollte. Daher legte ich mein Amt damals nieder und zog nach Heilbronn. Durch meine Arbeit in der Armee wurde ich vor einiger Zeit nach Esslingen abkommandiert. 
 
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?
 
Haribert: In der Stadt nach dem Rechten sehen...und eben alles was man als Bürgermeister so machen muss. Das fängt von der Marktbeobachtung an über die Eintreibung von Steuern, Buchhaltung uvm. 
 
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt?
 
Haribert: Esslingen ist ein kleines und ruhiges Dorf. So schön und malerisch wie es ist so ist es doch manchmal auch zu ruhig. Neue Gesichter die etwas bewegen möchten fehlen. Ärgerlich ist immer die Angst vor einem Überfall die einem im Nacken sitzt. Das letzte Mal hat Esslingen mehrere Monate gebraucht um sich zu erholen. 
 
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet
 
Haribert: Als Soldat bin ich sehr viel herumgekommen. In Erinnerung bleiben wird mir aber immer meine Große Reise über die Alpen nach Italien und eine lange Seereise zurück nach Hause, damals noch in Heilbronn. Und der gr0ße Militäreinsatz in Holland, der bisher größte den ich mitgemacht habe. 
 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg? 
 
Haribert: Wie auch in Esslingen wünsche ich mir mehr aktive Bürger, die sich konstruktiv in unserer Gemeinschaft einbringen möchten.

Wem der Trubel in einer Stadt also zu viel wird, der wird in Esslingen mit offenen Armen empfangen. Solange er die Finger von der Rathauskasse läßt.

Samstag, 25. Oktober 2014

Ritterwitze

Ein Ritter kommt nach Jahren des Kampfes zurück nach Hause.
Auf der Burg angekommen erscheint das Burgfräulen auf dem Balkon.

Bei seinem Anblick ruft sie:
"Jössas! Die Haare grau, das Gesicht so fahl,
du bist nicht mein Gemahl!"


Der Ritter denkt eine Weile nach und sagt:
"Da Oasch so groß, die Bix'n breit,
is g'scheita, wenn i weiter reit!"


***********************************************************************************

Als König Arthus in den Krieg zieht, befiehlt er Merlin, für Ginevra einen Keuschheitsgürtel zu machen, den sie trägt, während er fort ist. Merlins Entwurf ist sehr merkwürdig - einer mit einer großen Öffnung auf der Vorderseite.

"Das ist lächerlich", sagt Arthus, "dieser Gürtel kann nicht funktionieren!", "Doch, er wird" sagt Merlin. Er hebt einen Stock auf und steckt ihn in das Loch. Sofort fällt eine Guillotinenklinge herunter und schlägt den Stock entzwei. "Phantastisch!", schreit Arthus. Nachdem der Gürtel Ginevra angepasst ist, reitet er sehr erleichtert in den Krieg.

Als Arthus zwei Jahre später zurückkommt, lässt er als erstes alle Ritter der Tafelrunde wegen einer speziellen Untersuchung antreten. Er ist wütend, als er sieht, dass jeder Ritter sein männlichstes Teil vermisst - mit einer Ausnahme - Sir Lanzelot ist unversehrt.

Arthus ruft ihn zu sich und lächelt seinen besten Ritter an. "Lanzelot", erklärt er, "du bist der einzige meiner Ritter, der den Gürtel meiner Lady nicht angerührt hat, während ich im Kriege war. Du hast die Ehre der Tafelrunde gewahrt, und ich bin stolz auf dich. Du sollst belohnt werden. Du kannst aus dem Königreich etwas haben, was du dir wünschst, du musst es nur benennen."

Sir Lanzelot sagt, "Mmm ... mmm ... mmm."

***********************************************************************************




***********************************************************************************

Und dann war da noch der aufgeregte Ritter der nackt im Wald stand und sagte: "Ich bin entrüstet!"

Dienstag, 21. Oktober 2014

Allerley Schlemmerey

Huhn in Zimtsoße


Zutaten für vier feine Münder:

75 gr gemahlene Mandeln
1 Teelöffel gemahlener Zimt
1 Prise Ingwer
1 Messerspitze gemahlene Nelken
1 Messerspitze gemahlener Kardamom
Saft einer halben Zitrone
¼ Liter Hühnerbrühe
1 Prise Pfeffer/Salz
600 gr Hühnerbrust
Etwas Mehl
1 Esslöffel Schmalz

Zubereitung:

Die Mandeln mit der Brühe und den Gewürzen auf schwacher Hitze unter ständigem Rühren köcheln bis die Soße dick wird. Dabei ein bisschen aufpassen, kann ganz schnell zu dick werden. Notfalls mit etwas mehr Brühe wieder flüssiger machen.
Das Hühnerfleisch in mundgerechte Stückchen schneiden, in dem Mehl wenden und im Schmalz in der Pfanne knusprig rösten. Mit der Zimtsoße und frischem Brot servieren. Ein Genuss!

Teddie aus Reutlingen

Nach Regen kommt Sonne, nach Schnupfen kommt Reutlingen. Und hier lebt unser heutiges Weib der Woche.

Johann: Wer und woher seid Ihr? 
 
Teddie: Ich bin Teddie, Lady of Cuddle Corner. Geboren wurde ich glaube ich irgendwo in Bayern und bin zu meinen Freunden nach Heilbronn gezogen. Dort war ich erst Büttel, dann Oberbüttel. Einen Beruf führe ich derzeit nicht aus, aber warum auch die schönen Hände zerschinden, wenn man doch alles am Markt findet ne?
 
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?
 
Teddie: Wie gesagt, geboren wurde ich irgendwo in Bayern, wo mich dann viele Freunde abgeholt haben um nach Heilbronn zu ziehen. Da die Zustände doch sehr unschön wurden, zogen wir als Gemeinschaft dann ins schöne Stuttgart. Es war wunderschön dort und ich durfte Wirtin sein, des besten Wirtshauses überhaupt, dem Beelzebub. Die Arbeit im Rat war doch ziemlich Zeitaufwendig und ich beschloss für einige Zeit weg zu gehen. So wusste man 2 Jahre nicht wo ich überhaupt war und stand irgendwann dann mal wieder in Zollern rum. Von dort aus zog es mich nach Zwiefalten, aber wie soll ich sagen? Es war nicht mein zu Hause. Ich fühlte mich nicht wohl, bedrückt und die Stimmung dort war alles andere als Warmherzig, also suchte ich erneut und fand mich in Reutlingen wieder, wo ich meine Zelte heute aufgeschlagen haben.
 
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Teddie: Ich liege die meiste Zeit in meinem Boot am See rum und Angel hier und da ein Fisch. Ab und an seh ich nach dem rechten wenn meine Tiere gepflegt werden sollen und ich führe ein Wirtshaus. Ab und an geh ich meine Freundin Zenta und Mais in Stuttgart besuchen aber mehr wird es auch nicht mehr werden.
 
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 
 
Teddie: Das schönste bin natürlich ich in Reutlingen. (kleiner Scherz.) Ich finde den See am schönsten und die Menschen. Es gibt viele Menschen in Reutlingen, die sich auf viele Wirtshäuser verteilen. Manchmal fehlt es mir schon das man zusammen sitzt und ein Bier zusammen trinkt. Fällt mir in letzter Zeit doch sehr oft auf. Fehlen tut es da an nichts, ausser vielleicht, das die Leute auch mal auf andere gucken sollten und nicht nur auf sich selbst.
 
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet? 
 
Teddie: Ich erinnere mich das man mit Freunden viel gelacht hatte, damals im Beelzebub. Und an ein Dino der ständig popelte und seine Popel in der Gardine abschmierte. Ja dort haben wir sehr viel gelacht und manchmal wünschte ich, die Zeit könnte man zurück drehen.
 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?
 
Teddie: Württemberg fehlt der Zusammenhalt, die Zusammenarbeit die Gemeinschaft. Das sollte wieder gefunden werden, dann hat man auch wieder etwas was einem an Württemberg gefällt. So aber? Nein da überleg ich Württemberg den Rücken ganz zu kehren.

Andere Provinzen haben auch schöne Rücken? Das können wir beim besten Willen nicht glauben. Vielen Dank werte Dame und weiterhin Petri Heil. 

Montag, 20. Oktober 2014

Neues vom Bader

Husten Schnupfen Heiserkeit

 

Bei Erkältungen, Husten und Halsweh mache man einen Zwiebel-Schmalz-Wickel. Dafür erwärme man Schweineschmalz und röste darin kurz geschnittenen Zwiebel an. Diese Mischung lasse man ein wenig abkühlen und verteile sie noch warm auf einem Leinentuch. Ein zweites Tuch wird darüber geschlagen und dieses lege man sich dann auf die Brust. Das Ganze wird dann mit einem weiteren Tuch um den Oberkörper gewickelt.

Auch Salzwickel helfen gegen Halsschmerzen. Eine Handvoll Meersalz in warmem Wasser lösen und auf ein Tuch geben. Gut auswringen und auf den Hals legen. Mit Tuch oder Schal fixieren. Der Wickel kann so lange am Hals bleiben, bis er merklich abkühlt.

Zum Inhalieren mit Kamille und Salz zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Eine Handvoll Kamillenblüten oder drei Esslöffel Salz in einen großen Topf geben, mit dem heißen Wasser übergießen. Das Gesicht über die Schüssel halten und mit Handtuch abdecken. Zehn Minuten inhalieren. Die Kamille beruhigt und hemmt Entzündungen, das Salz wirkt zusätzlich schleimlösend.

Für fiebersenkende Wadenwickel zu einem Liter Wasser einen Esslöffel Essig beifügen, ein Leinentuch darin tränken und um die Waden wickeln. Darüber wird eine Schicht Woll- oder Badetücher gebunden. Die Innentücher des Wickels müssen gewechselt werden, sobald sie sich nicht mehr kühl anfühlen. Die Körpertemperatur immer wieder messen. Darauf achten, dass pro Wickel das Fieber nicht um mehr als ein Grad Celsius sinkt.

Für eine Rettichsuppe 4-5 Frühlingszwiebeln, 15 gr frischen Ingwer und einen Rettich klein machen. Die Zutaten in einem knappen Liter Wasser so lange kochen bis die Flüssigkeit auf ein Drittel reduziert ist. Heiß gelöffelt ist die Suppe schweißtreibend, schleimlösend und hustenstillend.

Das Wischblatt wünscht Gute Besserung!

Freitag, 17. Oktober 2014

Sini_brachenau aus Reutlingen

Heute stellen wir eine Dame aus dem wehrhaften Reutlingen vor. Wenn sie auch keine Räuber in die Flucht schlägt, so vertreibt sie uns als Kulturfee doch die Langeweile

Johann: Wer und woher seid Ihr? 

Sini_brachenau: Ich bin Sini Brachenau, wobei der Nachname ein Relikt meiner geschiedenen Ehe ist - ich hoffe, ihn bald ablegen zu können. Familie habe ich daher insoweit leider keine mehr. Ich zähle 18 Lenzen und wohne im schönen Reutlingen, arbeite dort in meiner Zimmerei. 

Johann: Habt Ihr immer schon dort gelebt, wo Ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt Ihr gelebt und warum seid Ihr umgezogen? 

Sini_brachenau: Ursprünglich stamme ich von der Küste, aus Lübeck, lebte im beschaulichen Lindau ehe mein Weg mich in die württembergische Grafschaft führte.
Aus Lübeck, weg vom Meer, bis nach Lindau kam ich, um dem Nest zu entschlüpfen und pflüge zu werden. Ich liebe meine Eltern und pflege besten Kontakt zu ihnen, doch wurde es Zeit auf eigenen Beinen zu stehen.
In Lindau wurde es leider stiller und stiller und auch wenn ich hörte, dass mittlerweile wieder mehr Leben dort herrscht, ist es natürlich nichts im Vergleich zur einwohnerreichsten Stadt im deutschen Königreich, Reutlingen. Ich freue mich eigentlich täglich Teil davon sein zu können. Es wird nie langweilig!
 


Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Sini_brachenau: Wenn ich nicht dem Zimmermannshandwerk nachgehe, darf ich als Kulturbeauftragte Reutlingens und Provinzkulturbeauftragte zusammen mit einer guten Freundin, Lisa Winkler, Feste organisieren. Vertretungsweise übernehme ich das EBV-Amt und helfe auch sonst mit, wenn ich kann. Beides, die EBV- und die Kultur-Arbeit, sind wundervolle Ämter: Man ist nahe an den Menschen dran, lernt vieles und erfährt vieles. Es ist für mich selbst ein Gewinn und hoffentlich auch etwas für andere, das wünsche ich mir - ich möchte nichts davon missen müssen.
Natürlich aber ist trotz aller freudiger Arbeit nichts schöner als den Feierabend mit Freunden und Bekannten bei einer süffigen Runde im Wirtshaus zu genießen!


Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Sini_brachenau: Schön an Reutlingen sind die Menschen. Man kann nie mit allen auskommen oder alle mögen. Aber ich habe in der Zeit so viele verschiedene Charaktere kennen lernen dürfen und so viele Freunde gefunden, dass ich den Umzug hierher nie bereut habe. Es fehlt eigentlich auch nichts und nichts stört mich. Der Markt ist solide aufgestellt, unser Bürgermeister ist immer ansprechbar und erreichbar und kümmert sich hervorragend. Wir hatten in der letzten Zeit einige Problem mit einer... Gruppe... wenn man so will, aber auch das konnte geklärt werden und das Leben geht weiter! 

Johann: Habt Ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was Ihr Euch immer erinnern werdet? 

Sini_brachenau: Ich kann nicht leugnen diese Frage mit einem breiten Grinsen zu beantworten, denn tatsächlich erinnere ich mich wohl für immer an einen Wirtshausscherz, der herrliche Ausmaße annahm! Meine erste Veranstaltung als Kulti Reutlingens war ein Mal- und Gedichte-Wettbewerb zu unserer Heimat, zu Reutlingen und Reutlingens Bürgermeister. Marcello, ein guter Bekannter, der leider fortgezogen ist, scherzte, er würde dem Bürgermeister eine Ode schreiben - und er tat es. Ich hoffe, er sieht mir nach, wenn ich es hier rezitiere. Es war einfach göttlich!
Ode an einen Bürgermeister
Der Bürgermeister ist zu Meist
ein Weiser, ein gar kluger Geist.
Ein Meister in der Worte Sinn,
sorgt er doch für die Stadt,
erwirtschaftet Gewinn.
Ist stets bereit hinaus zu gehn,
im Wirtshaus Red und Antwort zu stehn.
Auch wenn er dabei manches Mal
-gewiss ermüdet von des Tages Qual-
nur dösend anzutreffen ist.
Doch dies erwähn ich nur nebenbei,
solls doch sein eine Lobhudelei,
auf Jan, uns'ren Bürgermeister,
der seine Aufgaben -im Sinn des Wortes-
gar trefflich meistert.
Möge er noch lange lenken,
sich für Reutlingen verrenken,
den Bürgern allen Meister sein,
darauf stimmt alle mit mir ein:
Ein dreifach Hoch auf uns'ren Jan,
Es soll ihm lang noch wohl ergahn!
Dem kann ich mich nur anschließen und möchte Jan, Janski89, auf diesem Wege danken.
 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg? 

Sini_brachenau: Ich habe Württemberg als groß aber organisiert, als lustig aber im Zweifel auch ernst, als offen aber nicht blauäugig erlebt. Ich weiß um das negative Bild des Rates in der Gemeinschaft, hatte selbst meine schlechten Momente, kann aber auch sagen, dass man manchmal mehr braucht als einen ersten Eindruck.
 

Möge der HERR fügen, daß die letzte Weisheit auf mehr Menschen übergehe. Vielen Dank für die Zeit, die Ihr Euch für uns genommen habt.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Von den vier Säften

Nein, dies ist kein Artikel übers Einkochen. Denn es geht um schwarze Galle, gelbe Galle, Schleim und Blut. Sie sind die Lebensträger im Körper und Ursache für die meisten Erkrankungen. Der ferngereiste Medicus W. Eißalles lässt uns an seinem Wissenschatz teilhaben und erklärt dem Wischblatt die Vier-Säfte-Lehre.

Vereinfachte Abbildung der Vier-Säfte-Lehre

Der Theorie zufolge verfügt jedes Individuum über vier Launen, deren Hauptflüssigkeiten - schwarze Galle, gelbe Galle, Schleim und Blut - von verschiedenen Organen im Körper produziert werden. Ihre Balance ist ausschlaggebend für die Gesundheit einer Person. So verursacht zu viel Schleim im Körper Probleme der Atemwege und der Körper versucht durch Husten ein Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen. 
Es ist die hohe Kunst des Medicus, die Säfte ausgewogen zu halten. Ein Ungleichgewicht kann durch ein Fehlen, ein Zuviel oder ein Verderben eines oder mehrerer Säfte entstehen. Dann ist der Mensch krank. 
Ein Überschuss wird zum Beispiel durch Zufuhr eines Gegenelements behandelt: So löscht Wasser Feuer aus und Erde stoppt Wind also Luft. Dem zugrunde liegt die Vier-Elemente-Lehre.
Zu beachten gilt aber: Die Säfte schwanken mit den Jahreszeiten, so dass in jeder Jahreszeit ein Saft überwiegt: Im Winter der Schleim, im Frühling das Blut, im Sommer die gelbe Galle und im Herbst die Schwarze. Außerdem werden die Säfte durch Qualitäten der Wärme und Feuchtigkeit beschrieben.
Das Gleichgewicht der Vier im Menschen kann durch eine spezielle Diätik, Artzneymittel, chirurgische Maßnahmen und Aderlass mit Blutegeln wieder hergestellt werden. Dafür ist aber im Vorfeld eine präzisiöse Diagnostik nötig.

Ein Auszug aus dem Lehrbuch:
Schwarze Galle ist der Herbst, die Milz bringt sie hervor.
Sie ist dem Element Erde zugeordnet und kalt und trocken. 
Melancholikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.



Gelbe Galle
ist der Sommer, die Gallenblase bringt sie hervor.

Sie ist dem Element Feuer zugeordnet und warm und trocken. 
Cholerikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.



Schleim ist der Winter, das Gehirn bringt ihn hervor.
Er ist dem Element Wasser zugeordnet und kalt und feucht. 
Phlegmatikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.


 
Blut ist der Frühling, das Herz bringt es hervor.
Es ist dem Element Luft zugeordnet und warm und feucht.
Sanguinikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.

Die Redaktion ist überzeugt davon, dass W. Eißalles diese Präzisiosität an keiner Stelle missen lässt. Immerhin kann er sich seiner Präzisionswerkzeuge bedienen: Meißel, Zwinge, Zange und Säge.

Eruvain aus Stuttgart

Vielleicht liegt es am Hauptstadtstatus, dass die Menschen aufgeschlossener sind. Jedenfalls bekommen wir von dort die meisten Antworten auf unsere Fragen. Heute wagt sich ein waschechter Ritter für Menschen in Württemberg zu erzählen:

Rosa: Wer und woher seid Ihr? 

Eruvain: Tag, ich bin Ritter Eruvain von Waldenburg, Offizier der württembergischen Armee und wohne in unserer schönen Hauptstadt Stuttgart. Mein Bruder heißt Borgillion und mein guter Großvater ist der Tar.

Rosa: Habt Ihr immer schon dort gelebt, wo Ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt Ihr vorher gelebt und warum seid Ihr umgezogen? 

Eruvain: In meinen jungen Jahren war ich sehr viel unterwegs. "Rastlos" kann man schon sagen. Nun, zumindest solange bis ich mich damals in Zollern niedergelassen habe und dort auch ein längeres Weilchen wohnte. Ich zog dann nach Heilbronn, als dort Leute für den Aufbau gesucht wurden, blieb aber nicht allzu lange und zog dann nach Stuttgart. 

Rosa: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Eruvain: Hmmm... wenn ich mal nicht den Ottern am Fluss zuschaue oder mich mit meinem Reitochsen rumärgern muss, bin ich sicherlich im Auftrag der Armee irgendwo unterwegs. 

Rosa: Was ist das Schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Eruvain: Ich habe keinen Reiseweg, wenn ich auf Wache in der Hauptstadt eingeteilt bin. Und ich fehle sehr oft im Wirtshaus, hab ich den Eindruck. 

Rosa: Habt Ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was Ihr Euch immer erinnern werdet? 

Eruvain: Ohja, ich habe einige Geschichten an die ich mich gerne erinnere, aber eine Geschichte werde ich nie vergessen: Die große Schlacht um Stuttgart. Eine epische Schlacht, die man miterlebt haben muss, um sie sich überhaupt vorstellen zu können. Ich war damals als Soldat der württembergischen Armee noch ganz grün hinter den Ohren. Der Feind aus der Fremde war in absoluter Überzahl, wir wurden tagelang belagert und nur die Raubkatzen aus Metall und Feuer konnten unser aller Leben retten... 

Rosa: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

Eruvain: Ich bin wunschlos glücklich, danke der Nachfrage... obwohl... mein Bruder fehlt. Der wird aber bald nach Württemberg gebracht!

Die Redaktion wünscht des Ritters Bruder eine unbeschwerte Reise und recht viele vergnügte Otter für die beiden! Habt Dank derweil, Herr von Waldenburg, Rosa gibt Euch einen aus, falls Ihr Euch doch ins Wirtshaus verirren solltet.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Grethe aus Heilbronn

Heute haben wir Fragen und Anworten zu einer Heilbronnerin, die sich ganz bescheiden nur als einfache Magd bezeichnet. Aber nur gibt es für das Wischblatt nicht!

Johann: Wer und woher seid Ihr? 
 
Grethe: Mein Name ist Grethe und ich lebe seit einigen Wochen in Heilbronn . Zusammen mit meiner Mutter.
 
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?
 
Grethe: Nun , ich bin zugezogen. Zuvor lebte ich in Schwäbisch Hall. Doch dort gab es leider keinen Pfarrer. So auch niemanden , der einem den Glauben näher bringen würde oder Gottesdienste abhält. Dies war wohl auch der Hauptgrund meines Umzuges.
 
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?
 
Grethe: Hm... ich bin Magd , habe eine gute Anstellung ... und ansonsten... hm... bin ich gern im goldenen Ritter in Heilbronn zugegen ... ein schönes Wirtshaus... ebenso mag ich den Hafen gern...
 
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 
 
Grethe: Wie gesagt , der Hafen .. die Tatsache , dass es einen Geistlichen und somit auch regelmässige Gottesdienste gibt.. nette Mitmenschen... um einige schöne Dinge zu nennen. Was stört oder fehlt wüsste ich noch nicht zu sagen , momentan.
 
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet? 

Grethe: Oh... ich glaube an meine Taufe werde ich mich stets erinnern. Aber eine wirkliche Geschichte habe ich nicht.
 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg? 
 
Grethe: Da habe ich leider keine Antwort zu.

Wir freuen uns, die erste ganz zufriedene Bürgerin gefunden zu haben und bedanken uns bei der werten Grethe.

Montag, 13. Oktober 2014

Vasallen?

Das sind doch diese hochnäsigen Adeligen, die sich irgendwie, durch Familienbande oder Schmeicheleien, einen Titel und Ländereien erschlichen haben und nun auf ihren Burgen sitzen und den ganzen Tag nichts anderes tun, als ihr Wappen zu polieren. So oder so ähnlich mag so mancher Bürger denken. Aber was ist dran an den Gedanken? Vieles und Nichts.

So manch ein Vasall mag zu Ländereien gekommen sein aus Gründen, die das Volk nicht nachvollziehen kann und manchmal mag wirklich eine hübsche Nase oder ein Verwandtschaftsverhältnis ausschlaggebend gewesen sein, daß aber viele der so Geadelten doch etwas mehr für ihre Ehrungen getan haben bleibt oft im Verborgenen.


Tatsache ist, der Regent entscheidet schlußendlich alleine, wen er zum Ritter schlägt, wer eine Freiherrschaft oder gar eine Grafschaft erhält. Ein weiser Regent hört dazu seinen Rat, denn viele Köpfe wissen oft mehr was ein Kandidat geleistet hat, es werden Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht, abgewogen, was der zukünftige Vasall in seiner Vergangenheit tat, was man sich für die Zukunft von ihm erhofft.

Vasallen sind also Bürger, die über längere oder lange Zeit positiv aufgefallen sind. Sei es in der Politik, der Armee, durch Hilfeleistungen. Sie alle haben sich für Gotteslohn zum Wohle anderer Bürger eingesetzt, oft ohne Rücksicht auf das eigene Wohl.

Und für Gotteslohn üben sie auch ihre Tätigkeiten als Vasallen aus. Es gibt keine Löhne für Vasallen, keine Steuereinnahmen aus Ländereien, ihr Brot kostet dasselbe wie für Jedermann, sie haben keine bevorzugten Marktstände und auch im Wirtshaus wird das Bier nicht billiger. Dafür sind sie per Eid an Regent und Württemberg gebunden, schwören Obsequium, Auxilium und Consilium - Treue, Beistand und Rat. In Zukunft können sie eingesetzt werden wie Soldaten, etwa zum Schutz der Grenzen, Dörfer und Bürger, sie transportieren Waren, spenden Taler und Waren, stehen dem Regenten mit Rat und Tat bei, so er es verlangt.

Von all dem bekommt der einfache Bürger in der Regel wenig mit, denn ein Vorteil der Vasallen ist, daß sie einen eigenen Saal im Württemberger Schloß besitzen, wo sie unbeobachtet von der Öffentlichkeit tätig sind.

Snorri aus Zwiefalten

Das Wischblatt macht keine Unterschiede zwischen Reich und Arm, Groß und Klein, daher stellen wir heute einen kleinen Bürger vor.

Johann: Wer und woher seid Ihr? 
 
Snorri: Ich bin ja nur Einer und ich bin der Snorri... und nen Holzritter und nen Knappe und nen Honigdrache und nen Kekskönig...Und Maidakönigin und der Zauselritter ham mich adopdingst 
 
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen? 
 
Snorri: Ich hab mit Mam und Pa in Ingolstadt gelebt. aber Mam und Pa ham sich ja nimmer lieb... und außerdem gabs da in Bayern zu viele gemeine Leute, die nur über Mam geschimpfert haben... das war voll blöde... da sind wir dann da weg...und dann ham wir nen neues Daheim gesucht...und dann sind wir nach Falten hin... da hat Mam nen eigenen Turm und so... das war toll 

Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 
 
Snorri: Ich bau mir nen ober dolle arg tolles Baumhaus. Ich bin schon zehn, aber das weiß jeder. Und ich werd mal nen dolle arg richtiger Ritter... drum üb ich immer aufm Turnierplatz und ich balg mich gern mit Mo und Moritz, das sind meine Hunde und ohne den Mo wär ich nimmer da...und ich üb reiten ohne Hände und Sattel mitm Stab inner Hand auf meinem Ritterpony Jockel 
 
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 
 
Snorri: mein Baumhaus gleich hinterm Turnierplatz... und dass Mam viel Zeit für mich hat... und der Herr Sam auch... is nur blöde, dass nich alle Großen spielen mögen und es so wenig Kleine gibt. 
 
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet? 

Snorri: Die Kinderaudidings...da war ich ja noch allein und hab mich da erst nich hingetraut...aber dann war ich doch da... und der Paulenz...und der hatte ne dolle arg wichtige Frage. Und da bin ich dann vor zur Maidakönigin und hab sie gefragt, ob sie wirklich ne Königin is...und dann hat sie ja gesagt... und dann hat sie den andern Kindern erzählt, dass sie Ritter haut... und dann hab ich den Zauselritter gefragt, was der denn angestellt hat, wenn sie ihn haut...und dann hat er gelacht und mich mitm Holzschwert zum Ritter geschlagen... so richtig...und dann... dann wollt die Maidakönigin noch wissen, ob ich nich noch ne Frage an sie hätt... und da hab ich sie gefragt, ob man als Königin mehr Essen verdient als mit Reisig sammeln...und dann hat sie gesagt, dass sie das schon glaubt und dann ham der Zauselritter und die Maidakönigin gefragt, ob ich nich mit ihnen kommen würd als Lehrling...das war toll.
 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?  
 
Snorri: Hier gibts ne Menge netter Leute... hier in Falten... in Reut... in Stutti und in Heilbronn... und die kann ich alle immer besuchen... und keiner schimpfert über meine Mam... das is dolle arg toll...und ich krieg ganz oft Kekse und ne richtige Honigdrachenhonigmilch...fehlen...manchmal find ich keinen zum Spielen... das is schad...

Ihr habt es gelesen, liebe Württemberger. Macht mehr Kinder! Vielen Dank an den werten Snorri für die Anworten.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Allerley Schlemmerey

Vom Haltbarmachen der Heringe


Zur rechten Zeit denkt die gute Hausfrau an den Winter. Da ist der Hering nicht zu vergessen. In der beliebten Rubrik Rezepte für die Küche stellen wir heute Omas Heimlichkeiten vor, die die winterliche Küche bereichern. Lest hier vom Salzhering, vom eingelegten Brathering und vom Rollmops.

Salzheringe



Zutaten:

Für 10 frische Heringe
je 2 Handvoll Salz

Selbst gefangenen Hering gleich nach den Fang unausgenommen und nicht mit Süßwasser behandelt, verarbeiten.
Zwei Hände Salz auf den Boden eines Gefäßes geben (nur Steingut - kein Metall). Heringe mit dem Rücken nach oben eng auf die erste Salzschicht stapeln.
Nun wieder zwei Hände voll Salz auf die erste Schicht geben. Eine weitere Schicht Heringe folgt und zwar im rechten Winkel zur ersten Lage und die dritte Schicht genauso, bis man alles verarbeitet hat.
Nun muss man einen Teller mit Beschwerung (einen Stein oder anderes Gewicht) und Deckel auf das Gefäß auflegen.
Nach drei bis vier Wochen sind die ersten Heringe fertig. Das ganze Gefäß hält sich kühl aufbewahrt mehrere Monate!

Bratheringe



Zutaten:

8 frische grüne Heringe
3/4 Liter Weißweinessig
3/4 Liter Wasser
1 Tasse Öl zum Braten
100 gr Mehl
Salz und Pfeffer
3 große Zwiebeln
5 Lorbeerblätter
2 Esslöffel Senfkörner
1 Esslöffel Wacholderbeeren
 1 Teelöffel Pfefferkörner
4 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Dill
1/2 Teelöffel Piment
2 Nelken

Die Heringe abschuppen, waschen und die Köpfe abschneiden. Trockentupfen und mit etwas Essig beträufeln. Mit Salz und Pfeffer würzen und in Mehl wenden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und nacheinander die Heringe von beiden Seiten goldbraun braten. Das dauert je nach Größe drei bis vier Minuten pro Seite. Abkühlen lassen und in ein ausreichend großes Gefäß mit Deckel legen.
Die Zwiebeln in Ringe schneiden. Den Weißweinessig mit dem Wasser, dem Zucker, dem Salz und den übrigen Gewürzen ca. fünf Minuten kochen. Vom Herd nehmen, die Zwiebelringe in die heiße Marinade geben und abkühlen lassen.
Die Heringe mit der Marinade übergießen und zugedeckt in einem kühlen Keller mindestens zwei bis drei Tage ziehen lassen.

Rollmöpse 

 


Zutaten:

6 frische Heringe
1 Möhre
1 Zwiebel
1/4 Liter Weißwein
1/8 Liter Weinessig
1 Krug Gewürzgurken
1 Teelöffel Pfefferkörner
1 Esslöffel Wacholderbeeren
1 Esslöffel gehackter Dill
1 Teelöffel gehackter Thymian
1 Teelöffel Salz
1 Lorbeerblatt
1 Prise Zucker

Die frischen Heringe putzen und filetieren. Die Zwiebel in Ringe und die Möhre in Scheiben schneiden.
Den Essig und Weißwein zusammen mit der Möhre, den Pfefferkörnern, dem Lorbeerblatt, den Wacholderbeeren, dem Thymian, dem Salz und Zucker erhitzen und etwa fünf Minuten köcheln lassen.
Die Heringsfilets in eine feuerfeste Form legen, mit dem Dill und den Zwiebelringen bestreuen und anschließend mit dem heißen Sud übergießen. Abkühlen lassen und in der Zwischenzeit die Gewürzgurken der Länge nach vierteln oder halbieren. Die Heringsfilets jeweils um einen Gurkenstreifen wickeln und mit einem Zahnstocher befestigen. Dann die Rollmöpse wieder in die Marinade legen und zugedeckt vier bis sechs Tage kühl ziehen lassen.

Für den Brand am Morgen nach dem Brannt am Abend gibt es nichts Besseres!

Mackenzie aus Heilbronn

Heute stellen wir eine Bürgerin vor, die in unserem nördlichsten Dorf Heilbronn lebt.

Johann: Wer und woher seid Ihr?
Mackenzie: Ich komme ursprünglich aus Irland und landete dann, nach einigen Irrungen und Wirrungen, in Konstanz. Dort lebte ich lange Zeit bis mich mein damaliger Hochmeister und späterer Ehemann, nach Heilbronn rief. Irgendwann wollten wir eine Hochzeitsreise machen und mein Gemahl zog in die Steiermark um. Als Ritter der Königin und mittlerweile Hochmeisterin desselben Ordens - Ritter der Königin - kam das für mich nicht in Frage. Es kam wie es kommen musste. Lange Trennung von Tisch und Bett waren die Folgen, selbst die Geburt unserer Drillinge konnte daran nichts ändern. Er war noch nicht einmal in meiner Nähe als ich nieder kam und da reifte in mir der Entschluss meine Ehe lösen zu lassen. Mit Erfolg.

Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen? 

Mackenzie: Ich wohnte dann ein zeitlang in Österreich und dann wieder in Konstanz, dann in Ulm und nun wieder in Heilbronn. Weil dort die meisten Mitglieder meines Ordens leben und wohnen. 
 
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?
Mackenzie: Meistens unterrichte ich in meinem Orden, oder arbeite auf unserem Lehen oder meinen Feldern. Und in meiner freien Zeit kümmere ich mich um meine drei kleinen Mädchen.

Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 
Mackenzie: Mich stört an Heilbronn gar nichts. Es fehlt uns auch an nichts. Es ist wunderschön dort und die Menschen sehr nett und hilfsbereit.
 
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet? 
 
Mackenzie: Ja. Nachdem meine Mutter bei der Geburt meines kleinen Bruders gestorben war, damals wohnten wir noch in Konstanz, ließ mein Stiefvater mir nur ein wenig Geld da und die Kleider und den Schmuck, den meine Mutter mir vor ihrem Tod anvertraut hatte. Mehr hatte ich nicht. So nach und nach musste ich alles verkaufen, die Kleidung, den Schmuck und schliesslich wollte ich zurück zu meiner Familie nach Irland. Doch ich war damals noch zu jung und zu dumm und reiste in die falsche Richtung. Halb verhungert und erfroren, von Misshandlungen durch Räuber gezeichnet, kam ich nach Rottenmann und fiel dort einem alten Haudegen direkt vor die Füße. Sein Name war Wulf_viethen. Er sorgte dafür, das ich zu Essen und zu Trinken bekam, meine Wunden versorgt wurden, frische Kleidung bekam und vertraute mich einem Mann an, der mich auf die Ordensburg der Ritter der Königin brachte. Der Mann war der Knecht und der Hauptmann des damaligen Hochmeisters und meinem späteren Ehemann, Lestad von Wahlasé. Ich wurde dort von allen verhätschelt und aufgepäppelt, fand dort viele Freunde und trat dann trotz meiner jungen Jahre, ich war damals erst 15 Jahre jung, dem Orden bei. Ich werde niemals die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft dieser Menschen vergessen und gab es ihnen in all den Jahren zurück, mit meiner Liebe zu ihnen.
 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?
Mackenzie: Mir gefällt das Land, die Menschen und die Kultur dort. Meiner Meinung nach fehlt es an nichts, ausser an einem Rat, der zusammen arbeitet anstatt sich zu streiten

Ein Wunsch, den wohl so manch ein Bürger teilt. Vielen Dank, daß Ihr Euch Zeit für uns genommen und uns in Euren Erinnerungen ein wenig über Württemberger Grenzen hinaus erzählt habt.

Samstag, 11. Oktober 2014

Es tagt der Rat

Ratsarbeit wird oft belächelt und Ratsmitglieder werden eher als "Postenhascher" verpöhnt, als wertgeschätzt. Dabei gibt es vielfältige Aufgaben die zu erledigen sind. Etliche Entscheidungen müssen getroffen werden und das stets zum Wohl der Provinz.
Mitunter entstehen hiztige Diskussionen, bei denen man einen kühlen Kopf bewahren muss: Zum einen, weil es sich in die Marterie reinzudenken heißt und zum anderen könnten die aufgebrachten Gemüter überkochen. Eine durchaus menschliche Regung, vor der auch kein Ratsmitglied gefeit ist.

Nehmen wir nachfolgende Mitschrift und haben teil an einer Ratssitzung. Zur Debatte steht der Vorschlag, ein Fest auszurichten. Ein nicht unbrisanter Vorschlag! Fingerspitzengefühl ist gefragt.

Schließlich ist so ein Gedanke nicht ohne und die Ausrichtung vielfältig.
Es Bedarf einer strikten Organisation und Vorgabe. Ein Fest geht nicht ohne Vorbereitung, Unklarheiten müssen bereinigt und einzelne Begriffe deutlich definiert sein. Der Teilnehmerkreis muss bestimmt werden und persönliche Differenzen gehören zurückgesteckt.
Dafür bedarf es einer führenden Hand. Die des Grafen. Denn er regiert Württemberg mit dem Rat an seiner Seite. So ist bislang noch immer alle Arbeit erledigt worden.


Beratung nach Württemberger Art

Olga, die Forsche: Ich möchte ein Fest.
Erna, die Langjährige: Das unterstütze ich.
Karl, ein Schlauer: Feste sind langweilig.
Dora, die Quänglige: Was unterstützt du? Den Gedanken an ein Fest oder das Fest selbst?
Erna, die Langjährige: Das Fest.
Dora, die Quänglige: Was heißt "das Fest"?
Emil, ein Ruhiger: Vielleicht will sie spenden?
Flora, eine Bekannte: Karl du findest Feste nur langweilig, weil Olga das vorgeschlagen hat.
Knut, der Weise: Ich spende auch.
Olga, die Forsche: Du bist selber langweilig Karl.
Horst, ein Schlichter: Das musste ja jetzt kommen.
Else, eine Neue: Wir müssen erstmal wissen, wohin wir spenden sollen.
Erna, die Langjährige: Das Fest heißt das Fest, was ist daran so schwer?
Dora, die Quänglige: Dann sag das doch!
Erna, die Langjährige: Hab ich doch! Und ich hab noch ein Schwert.
Karl, ein Schlauer: Feste sind langweilig, egal wer das vorschlägt.
Knut, der Weise: Else dafür bekommst du ein Mandat.
Dora, die Quänglige: Was heißt "ich hab noch ein Schwert?"
Flora, eine Bekannte: Das behauptest du jetzt!
Else, eine Neue: Und wer stellt das aus?
Horst, der Alte: Wir sollten auch die Bürgermeister fragen ob sie was spenden.
Emil, ein Ruhiger: Ich finde es nicht gut, dass Karl nicht hingeht.
Karl, ein Schlauer: Das hab ich nicht gesagt.
Erna, die Langjährige: Zum Spenden.
Flora, eine Bekannte: Doch Karl, das hat sich aber so angehört.
Fritz, ein Nörgler: Vielleicht spendet der Graf ein Fass Bier?
Else, eine Neue: Schön zu wissen, dass meine Frage ignoriert wird.
Knut, der Weise: Hbv oder Kämmerer.
Olga, die Forsche: Horst du machst es nur kompliziert.
Karl, ein Schlauer: Dann musst du richtig zuhören.
Else, eine Neue: Danke!
Dora, die Quänglige: Geht denn jemand auf das Fest? Sonst müssen wir keins machen.
Horst, der Alte: Flora hat zwei Ohren. Die kann hören.
Fritz, ein Nörgler: Hören und Zuhören ist aber was anderes.
Erna, die Langjährige: Ich mach den Bierstand.
Else, eine Neue: Haben wir eigentlich schon abgestimmt?
Olga, die Forsche: Das ist schön, danke Erna!
Klaus, der Macher: Ich habe jetzt im Kulturbereich einen Raum aufgemacht für die Spenden.
Emil, ein Ruhiger: Ich helfe dir beim Bierstand.
Karl, ein Schlauer: Können wir beim Thema bleiben?
Else, eine Neue: Wir wissen doch noch gar nicht, ob der Graf Bier spendiert.
Fritz, ein Nörgler: Wo ist die Abstimmung? Ich finde das nicht.
Dora, die Quänglige: Hauptsache anderen was vom Hören und Zuhören erklären.
Flora, eine Bekannte: Ich hab hier die Nase voll. Ich gehe!
Knut, der Weise: Es gibt keine Abstimmung.
Erna, die Langjährige: Warum gibt es keine Abstimmung? Gab es immer.
Olga, die Forsche: Was ist jetzt mit dem Fest?
Else, eine Neue: Ich finde den Raum mit den Spenden nicht.
Horst, der Alte: Musste das jetzt sein Karl, dass Flora nun geht?
Erna, die Langjährige: Ich hab noch eine Schaufel.
Dora, die Quänglige: Was heißt "ich hab noch eine Schaufel"?
Emil, ein Ruhiger: Verstehe ich auch nicht.
Knut, der Weise: Was verstehst du nicht?
Erna, die Langjährige: Als Spende.
Karl, ein Schlauer: Das Flora geht.
Fritz, ein Nörgler: Nein, das mit der Schaufel. Ich sage doch: Zuhören!!
Else, eine Neue: Haben wir denn einen dritten Preis?
Olga, die Forsche: Wofür denn Preise? Ich will ein Fest.
Der Leiter der Truppe: Ich bitte aber um Disziplin im Umgang mit Schwertern und Schaufeln auf dem Fest!

Der Graf schob Flora und ein Fass Bier vor sich her, als er den Raum betrat. Ob für die Debatte oder als Spende für das anstehende Fest bleibt offen, denn unsere Reporter nutzten die Gelegenheit das Schloss zu verlassen. Nicht wissend, zu welchem Ergebnis der Vorschlag führen wird.
Angesichts der tiefgreifenden Wortbeiträge und interessanten Ausführungen fiel ihnen das schwer. Eine wichtige Meldung aus der Nachbarprovinz machte ihren frühzeitigen Rückzug jedoch nötig. Dort sollten mehrere Säcke Mais geplatzt sein. Das Wischblatt berichtet!

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Zenta aus Stuttgart

Und wieder stellen wir eine Bürgerin vor, wobei der Wohnort rein zufällig wieder Stuttgart ist. Wenn das noch nicht bestätigt, daß die meisten schönen Frauen in unserer Hauptstadt leben, ist es ein Indiz dafür, daß sie weniger schüchtern sind.

Johann: Wer und woher seid Ihr?

Zenta: Mein Name ist Vinzentia von Phoenix, Gräfin von Calw, allerdings werde ich immer nur Zenta genannt. Die einzige Familie, die ich habe ist mein Sohn Hans und wir beide wohnen im wunderschönen Stuttgart. Dort leite ich im Moment gerade die Amstgeschäfte als Bürgermeisterin. Ansonsten habe ich das Wirtshaus "Zum Beelzebuben". Hin und wieder versuche ich auch meine Nähkünste als Schneiderin, doch da hat es schon böse Zwischenfälle gegeben, dass ich ernsthaft überlege, damit aufzuhören. 

 
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen? 

 
Zenta: Als ich nach Württemberg kam, lebte ich einige Zeit in Rottweil, dann wurden aber neue Kolonien ausgerufen und die Abenteuerlust ließ mich nach Heilbronn wandern. Zunächst war es dort sehr schön und aufregend alles aufzubauen, doch wurden wir irgendwann von einer Zwiebelplage überschüttet. Da ich mich ohnehin schon während langen Wachdiensten für die Armee in Stuttgart verliebt hatte, war diese Plage nur noch der letzte Anstoss dafür um in die Hauptstadt zu ziehen. 


Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?

 
Zenta: Sinnvoll, abenteuerlustig und nach Fettnäpfchen suchend. 

 
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

 
Zenta: Stuttgart ist eine große Familie. Was stört...hm das schwarze Schaf der Familie, hört auf den Namen Mar, aber solche Schafe gibt es überall. Manches Mal wünscht man sich, dass die Familie mehr Zuwachs bekommt, denn ab und an ist es doch eher ruhig in der Stadt. 

 
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?

 
Zenta: Davon gibt es jede Menge. Eine könnte ich erzählen von einem besonderen Lagerfeuer im Wald von Rottweil. Oder von der großen Obstschlacht in Heilbronn und einer Ziege in Stuttgart. Dann gäbe es noch etwas mit einem blauen Esel. Hach ja und nicht zu vergessen die skurile Pilgerreise mit einer Freundin. HA JA GENAU und natürlich Burg Chrom. Ich höre jetzt lieber auf, sonst bin ich morgen noch nicht damit fertig.

 
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

 
Zenta: Kann ich dafür einen Joker einsetzen?


Wir denken darüber nach, das Publikum zu befragen. Vielen Dank an die werte Zenta, für die Beantwortung unserer Fragen.