Mittwoch, 30. September 2015

Herr Schmidt und seine Töchter

Zum gern getanzten Stiefelknechtsgalopp (dessen Name auf den auffälligen Fußwechsel beim Tanze zurückgeht) singt man in geselliger Runde freudig und meistens laut mit. Allerdings muss man die 17 Strophen erstmal beherrschen.
Damit es zum nächsten Feste klappt, hier der ganze Text: 
Herr Schmidt Herr Schmidt,
wir haben eine Bitt,
auf Freiersfüßen kommen wir,
man sagt, es sind viel Töchter hier.

Ja, ja. Ja, ja,
ich bin der Herr Papa,
fünfzehn Mädel hab ich nur,
von jedem Jahrgang eine Spur.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt Rosalia mit?
Einen Schleier und einen Federhut,
es steht dem Mädel gar zu gut.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Lottchen mit?
Ein Envelöppchen nett und fein
und meinen Segen obendrein.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Minna mit?
Den Schiller und den Walter Scott,
denn Verse macht sie wie ein Gott.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Röschen mit?
Die kriegt ein schön Frisier-Werkzeug,
denn lockend ist ihr Himmelreich.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Hannchen mit?
Die kriegt ein Sofa lang und breit,
für ihre große Sittsamkeit.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Gustchen mit?
Zum Tivoli ein Frei-Billet,
denn Rutschen tut sie gar zu nett.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Malchen mit?
Das Madchen, das ist gut und brav,

wer die kriegt, der bekommt ein Schaf.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Mienchen mit?
Schöne Hüte, große Schuh,

denn da paßt das Mädel zu.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt Maria mit?
Die sieht sich schon die Dreißig an,

da müssen meine Groschens ran.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Dörtchen mit?
Eine Wiege und schon Kinderzeug,

wenn´s dann so weit ist, hat sie´s gleich.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt Louischen mit?
Das Mädel sagt, sie heirat nicht.
Doch daran stoß sich keiner nicht.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Julchen mit?
Die Julchen ist für Sie kein Kraut,
denn sie ist Gott sei Dank schon Braut.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Gretchen mit?
Für die da schaff ich gar nichts an,
die kriegt im Leben keinen Mann.

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt denn Emma mit?
Zwei Schinken und eine Kälberbrust,
denn Essen ist ja ihre Lust

Herr Schmidt, Herr Schmidt,
was kriegt Ottielchen mit?
Ottilie ist das Kakelnest,
die kriegt den ganzen ander'n Rest!
Einen bunten Herbst mit viel Gesang und noch mehr Tanz wünscht das Wischblatt!

Donnerstag, 24. September 2015

Neulich im Badehaus

Je enger das Mieder geschnürt, desto mehr wölben sich die Rundungen an Hüfte und Busen. Ein schöner Anblick, den vor allem die Herrenwelt genießt.
Doch lassen sich die natürlichen Kurven "angezogen" an die richtigen Stellen schieben, kommt im Badehaus die nackte Pracht zum Vorschein. So kann ein üppiges Dekolleté schnell zur kleinen Speckrolle an der Rippe werden und die ausladende Hüfte zum Schwimmring am Bauch.
Doch sei es drum: Einladend ist jedes Pfund. Wer je an einem mageren Stück Fleisch nagen musste, wird verstehen. Oder ist die gebackene Kruste am Braten nicht für jeden das krachende Filetstück? Dann lasset Euch belehren und merket:  
Wohlgerundet sei das Weib,
zart gepolstert sei der Leib, 
denn es wär' ja wahrlich deppert, 
wenn man hingreift und es scheppert!

Anastasia aus Zwiefalten

In der Reihe Menschen in Württemberg stellen wir heute eine Bürgerin Zwiefaltens vor.

Johann: Wer und woher seid Ihr?

Anastasia: Ich bin Anastasia, Tochter des Arthro von macKenzie. Meine leibliche Mutter ist Cecilia und meine angeheiratete, Nicki von macKenzie zu Eriador.
Ja, ich habe eine große Familie. Nein, ich werde sie jetzt nicht aufzählen.
Zwiefalten ist meine jetzige Heimat.
Ich bin Bäckerin, eigentlich und doch erlerne ich auch hier und da Grundzüge der Schneiderei und der Müllerei. Jedenfalls tat ich es, wenn die Ratsarbeit mich nicht völlig einnahm. Doch mein Handwerk und Können ist und bleibt das Backen.
Mein Alter werde ich Euch nicht nennen. Auch wenn Ihr mir dies freiwillig zu beantworten überlässt, schämt Euch auch nur zu fragen!
Scherz am Rande - ich zähle 21 Lenzen und fühle mich wie 45, wenn Ihr es genau wissen wollt.
 


 Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?

Anastasia: Eigentlich liegen meine Wurzeln im Ausland, da meine leibliche Mutter Italienerin ist und mein Vater Schotte. Sehr ungewöhnlich, ich weiß. Doch ich fühle mich weder in dem einen noch dem anderen Land zu Hause. Ich lebe seit ich denken kann im Deutschen Reich. Stuttgart war mein zu Hause, bis ich mich vor etwa sechs Jahren als junges Mädchen verliebte und verlobte. Nur deshalb zog ich nach Rottweil aber auch dort hielt es mich nicht ewig. Ich lebe deshalb schon eine lange Weile jetzt in Zwiefalten und dorthin zog mich schlussendlich meine Familie.

Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Anastasia: Bisher war der größte Teil meiner Zeit mit der Politik gefüllt. Doch ich habe mich dazu entschlossen, dies endlich einmal an den Nagel zu hängen und mich neuen Aufgaben zu widmen.
Im Moment habe ich meine Tätigkeit bei der KAP wieder aufgenommen und schreibe hier und da einen Artikel. Etwas, woran ich Spaß habe. Aber auch meine Kinder kriegen endlich eine Menge Aufmerksamkeit von mir. Denn die Zeit ist nun gegeben. Jedoch las ich auch, dass es nun Kurse gibt, in denen man das Handwerk des Baders erlernen kann. Ich überlege also aktuell tatsächlich, ob ich mich in diesem Kurs einschreiben möchte.
 


Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Anastasia: Mir fehlt meine Familie. Mein Bruder Dino. Meine Ma Cessie. Die Freunde. Alle die im Krieg sind seit Monaten. Ansonsten ist Zwiefalten toll. Egal wer wie meckert. Ich mag alles dort. Ja, auch unseren Adolf, über den soviele schimpfen und mit dem ich auch nicht nur einmal aneinander geraten bin. Trotzdem sind in Falten am Ende alle herzensgut und helfen, wenn sie können und wenn es nötig ist. Ich hab es noch nie erlebt, dass einer mittellos war und keine Hilfe erfuhr. Das mag ich bei uns. Wir sind klein, aber oho. So.  

Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?

Anastasia: Ja, auch wenn ich, als es geschah, einen Herzkasper erlitt. Ich war traurig. Hatte meinen Eltern gerade etwas beichten müssen. Besser gesagt meinem Vater und meinem Bruder. Es fiel mir schwer und ich hatte eigentlich damit gerechnet, das man mich verstoßen wird. Doch ich traf auf eine Menge Liebe. Verständnis. Vergebung. Und es ging soweit, das mein Bruder und mein Vater in die Küche meines Gasthauses gingen, denn dort saßen wir. Also im Schankraum. Sie wollten mir Rührei machen. Was wirklich lieb war, wie ich fand. Denn ich sollte ja was essen. Das Ende vom Lied aber war, dass nicht nur Rührei mit Schale serviert wurde, sondern die Küche unter aller Sau und halb verwüstet war. Es war wirklich eine Menge Arbeit danach und das war eines der Momente, in denen ich meinem Stand und damit meiner Dienerschaft dankbar war. Aber es war auch eines meiner schönsten Momente im Leben. Denn im Alltag kommt die Familie selten dazu, so eng bei und vorallem miteinander zu sein.  

Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

Anastasia: Württemberg. Ja. Ich kenne eigentlich kaum was anderes als Württemberg. All die Erzählungen aus anderen Provinzen sind genau das für mich. Erzählungen. Seit jeher habe ich mich immer nur innerhalb Württembergs bewegt und ich kann nicht einmal groß vergleichen. Sicher, politisch gesehen könnte ich jetzt die Keule schwingen. Ich wette, meine ehemaligen, politischen Gegner erwarten an dieser Stelle sogar, dass ich alles auspacke, was hier in meinen Augen schlecht läuft. Aber das tue ich nicht. Denn ganz gleich wie groß die Streitigkeit zwischen den Politikern sind und waren, Württemberg ist eine tolle Provinz. Wir haben unglaublich viele kluge, aktive Bürger die wirklich mit Elan an die Sache rangehen. Für so ziemlich jeden Bereich haben wir Mitwirker. Gibt es außerhalb Württembergs Probleme, können wir immer problemlos mit anpacken, denn eins war in Württemberg immer und wird es bestimmt immer bleiben: Wir können streiten und helfen trotzdem wo wir können. Eindeutig: Ich liebe meine Heimat. Habe es immer getan und ich werde es auch immer tun.  

Wir bedanken uns bei der werten Anastasia und wünschen ihr bei der Konkurrenz, der KAP, und ihren weiteren Plänen alles Gute.

Mittwoch, 23. September 2015

RoyALe Sieger bei den Ratswahlen

Die Wahlen sind vorbei und auf den ersten Blick könnte man meinen, es habe ein Machtwechsel stattgefunden. Von den namentlich bekannten Parteien ist nur die W.E.I.N geblieben. Die DBP und die Verte, die bisher kaum wegzudenken waren, sind nicht angetreten, dafür kamen drei neue Parteien hinzu: die Royalistische Aristotelische Liga, die Stimme Württembergs und die Traube.

Betrachtet man das Wahlergebnis, sieht man jedoch wenige neue Namen, die in den Rat einziehen werden.

Das Wahlergebnis:

Royalistische Aristotelische Liga - 32.5%
WEIN - 27.2%
Stimme Württembergs - 22.8%
Traube - Die freie Liste - 17.5%

Somit sieht der neue Rat nach der Postenverhandlung so aus:

Jussi - RoyAL - Regent
Bilbo1 - RoyAL - Hauptmann
Danavis - RoyAL - Baumeister
Carlson - RoyAL - Leerposten
Ronda - WEIN - Kämmerin
Leiv. - WEIN - Staatsanwalt
Karin - WEIN - Wortführerin
Sugarcam - SW_DBP - Oberster Feldrichter
Butterfly9 - SW_DBP - Marschall
Beowolf_dracul - SW_DBP - Leerposten 
Freas - Traube - Richter
Slaufa - Traube - Handelsbevollmächtigte

Dienstag, 22. September 2015

Salon der Mediziner

In unserer Reichsgesundheitskammer in Heidelberg ist ein Salon für Mediziner eingerichtet. Dort findet man Infos über alles was die Gesundheit betrifft, für den Arzt aber auch für den Patienten. Für die wichtigsten Themen gibt es Wegweiser:
 



Gerne treffen sich Medizinstudenten in Heidelberg, da sie für die bereits abgeschlossenen Studienfächer bis hin zum Titel des Medicus verschiedene Abzeichen erlangen können.
1. Student der Medizin 
2. Lizensiat der Medizin 

3. Magister der Medizin 
4. Humanbiologe 
5. Medizinalrat 
6. Obermedizinalrat
7. Gelehrter der Medizin 
8. Medicus 
Unabhängig davon werden unterschiedliche Kurse angeboten, die ein jeder besuchen kann, d.h. unabhängig von Rang und Stand. Nach erfolgreicher Prüfung erhält man eine Lizenz und (natürlich) ein Abzeichen.
Zurzeit gibt es Ausbildungen zur Hebamme, zum Sanitäter und zum Bader.

Der Hebammenkurs umfasst
  • Allgemeines Wissen über die Schwangerschaft und Hygiene
  • Wie man eine Schwangerschaft feststellt
  • Das Ausrechnen des Geburtstermines mit Rechenschieber
  • Den Schwangerschaftsverlauf (wie geht es der Frau zu welcher Woche?)
  • Das Verhalten, dass Ihr einer Schwangeren aufgeben solltet
  • Arzneimittel für die Schwangere
  • Die Geschlechtsbestimmung
  • Die Geburt selbst
    mit Komplikation, ohne Komplikation (inkl. des Kaiserschnittes)
  • Alles was Ihr der Schwangeren nach der Geburt mit auf den Weg geben solltet 

Der Samitäterkurs umfasst
  • Die Sanitätertasche
  • Das Auffinden einer Person
  • Wundversorgung 
  • Das Anlegen von Verbänden 
  • Bergung
  • Versterben einer Person
  • Kräuterkunde
  • Salbenherstellung

Der Baderkurs umfasst
  • Das Bad
  • Die Rasur
  • Das Haar - schneiden, färben und frisieren
  • Duftkräuter und deren Verwendung
  • Kosmetik
  • Öle und Essenzen herstellen
  • Die Massage
  • Die Vier-Säfte-Lehre
  • Das Schröpfen
  • Der Aderlass
  • Der Einlauf
  • Grenzen des Baders

Gemäß der Durchführungsverordnung der Reichsgesundheitskammer müssten noch Ausbildungen für Feldscher, Kräuterkundige und Apotheker folgen.

In Württemberg ist Butterfly9 Gesundheitsbeauftragte. Sie bekleidet dieses Amt bis auf Widerruf unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zum Rat. In der Weinstube gibt sie stetig Auskunft über Krankheiten und ihre Heilmittel und wo aktuell welche Ärzte praktizieren.

Bleiben Sie gesund!

Donnerstag, 17. September 2015

Nachtrag zur KAP

Die KAP (Kingdoms Associated Press) berichtete jüngst in ihrer Ausgabe über
Die Bürgervertreter des Wiener Reichstages und gerne greifen wir dieses Thema auf. Wie sieht es in Württemberg mit der Vertretung im Dritten Stand aus?

Grundsätzlich haben alle Bürgermeister Zutritt zum Dritten Stand. Für unsere Provinz sollten sich daher acht Vertreter dort versammeln.
Ist ein Bürgermeister jedoch adlig oder ist er Ratsmitglied (denn während seiner Amtszeit gilt ein Ratsmitglied als adlig) kann er sein Wortrecht auch im Zweiten Stand geltend machen.
Zurzeit sind je vier Bürgermeister im Zweiten und Dritten Stand vertreten. Nach Neuwahlen des Rates kann dies aber wieder anders aussehen.

Neben den Bürgermeistern sind die Gilden im Dritten Stand zu finden. Für die Gilde der Bäcker ist eine Württembergerin aktiv: Luthiandis aus Zollern.

Nicht zuletzt kommen die Bürgervertreter dazu. Wie in der KAP zu lesen, kann "jede Stadt in den Provinzen des Deutschen Königreiches einen Bürgervertreter aus ihrer Gemeinschaft entsenden.
Wie diese Wahl vonstatten geht und für wie lange jemand Bürgervertreter werden kann, steht in einem Provinzgesetz oder in einem Dekret.
Dieser Bürgervertreter erhält dann einen Sitz im Dritten Stand des Wiener Reichstages. Dort vertritt er die Meinung seiner Stadt zu reichsrelevanten Themen. Er kann bei Bedarf öffentliche Umfragen und Abstimmungen in seinem Dorf durchführen, deren Ziel es ist, die allgemeine Meinung seines Dorfes zu erfragen. Er kann an Abstimmungen im Dritten Stand teilnehmen oder hat das Glück als Vertreter des Dritten Standes in den Reichstag einzuziehen.
"

Für Württemberg sind nur aus drei Dörfern Bürgervertreter im Dritten Stand:
  • Bonifax (Zwiefalten)
  • Danavis (Heilbronn)
  • Moribundus (Zollern)

Vielleicht finden sich aufgrund der Berichterstattung zu diesem Thema noch Leute, die sich auf Reichsebene engagieren möchten. Politisches Interesse ist vorausgesetzt. Wir danken der KAP jedenfalls für diesen Artikel!

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Ein weiterer Artikel über Feldbrot trifft allerdings nicht unseren Geschmack! Nicht, weil das Brot nicht gar munden täte, sondern vielmehr weil es unserer Rubrik Rezepte für die Küche Konkurrenz am Kochtopf bietet. Diese Tatsache müssen wir erstmal verdauen.
Möget Ihr dennoch von miesen Maden und Mehlwürmern verschont bleiben!

Der Ernte sei Dank

...und den Soldaten, Vasallen und Freiwilligen an der Front auch. Unter diesen Motten laufen die aktuellen Veranstaltungen in Württembergs Weinstube.

Für den Rat hat die Kulturbeauftragte Sini Brachenau bis zum Ende des Scheiding eine Bastelstube auf der Festwiese eingerichtet. Hier können Angehörige kleine Glücksbringer rund um das Thema Heimat für ihre Lieben basteln. Die Werke werden mit dem nächsten Versorgungstrupp an die Front geschickt. Noch ist die Wiese allerdings schlecht besucht.

Zum Erntedankfest am 22. Scheiding lädt die W.E.I.N.! Bis dahin findet eine Apfeljagd und ein Gedichtewettbewerb statt (bisher sind bereits neun Gedichte eingesendet worden). Einsendeschluss für die Wettbewerbe ist am Festtag. Es winken auch Preise. Ob ein Gottesdienst stattfindet, war bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Mittwoch, 16. September 2015

Die Wahlsallen

Erst kürzlich berichtete das Wischblatt von der Heimatfront und den anstehenden Ratswahlen in Württemberg. Bei Nennung der an Wahllisten gebundenen Vasallen kam es zu missverständlichen Zahlenangaben, die wir gerne ausführen möchten: Sind es zwar etliche Adlige, die sich als Kandidaten zur Ratswahl aufgestellt haben, haben dennoch "nur" acht von ihnen ein Lehen oder eine Ritterschaft der hiesigen Provinz.
Betrachtet man die Kandidatenliste genauer, kommen nur fünf davon als potientielle künftige Amtsträger in Frage. Die übrigen drei Kandidaten sind auf den Plätzen acht, elf und zwölf verteten. Somit fänden höchstens fünf Vasallen Einzug in den Rat, denn eine andere Stimmenverteilung wäre bei vier Parteien sehr unwahrscheinlich.
Zurzeit sind ganze acht belehnte Adlige Württembergs, im Rat vertreten. Drei von ihnen sind (und bleiben) zugleich Bürgermeister. Von den Fünfen, die in wenigen Tagen ohne Amt sein werden, steht nur ein Einziger erneut zur Kandidatur. Ergo sieht das zu erwartende Ergebnis auf den zweiten Blick gar nicht so schlecht aus, denn die Anzahl der Vasallen im Rat könnte sich halbieren.

Fraglich war und ist der Einsatz nach Wahlende. Die Listenletzten würden dann nicht mehr in Württemberg benötigt. So wie die frei werdenden Ratsmitglieder, die keine weiteren Ämter innehaben. Oder die knappe Handvoll Vasallen, die bisher nicht mal den großen Zeh auf französischem Boden hatte.
Ob sie allesamt ihre Reisetaschen schon gepackt haben? Oder ist man damit beschäftigt nach unbesetzten Posten in den Dörfern Ausschau zu halten, um einen Einsatz an der Front zu umgehen?
Johann hat sich bei den Parteien umgesehen und nachgefragt. Eine jede hat erklärt, dass den Vasallenpflichten nachgekommen werden wird. Auf welchem Wege auch immer...
Lehensherren, also diejenigen, die einen auch von ihrem Eid entbinden können, sind für die Reichsadligen dabei Kaiser und König selbstpersönlich. In unserem Württemberg ist es der jeweils amtierende Regent.
In einer Woche wird sich zeigen, wie Württembergs neue Führung zu den Drückebergern steht. Die zurzeit amtierende Gräfin zeigt sich diesbezüglich eher verhalten. Doch auch auf sie wartet der Kriegseinsatz nach Amtsübergabe.

Der Schneider

Einer der handwerklichen Berufe, der gerne auch vom weiblichen Geschlecht ausgeübt wird, und das nicht zweitklassig! Die schönsten Hochzeitsroben kommen wohl aus weiblicher Hand, denn nur sie wissen um die gewisse Raffinesse.
So ist es wohl auch kein Wunder, dass sich ein weibliches tapferes Schneiderlein gefunden hat, um aus dem Nähkästchen zu plaudern. Und jenes steht in Stuttgart bei Florally im Rosenweg 2. Johann war mit ihr im Gespräch:

Schneiderei von Florally
Würdet Ihr meine Schneiderei betreten, würdet Ihr Euch über eine große Auswahl an Stoffen in den unterschiedlichsten Farben begeistern. Kleine und große Stoffballen sind zu finden, Wolle, Leder, das Handwerkszeug, das jeder Schneider braucht, wie Nadel, Schere, Schnittmuster. Auch eine Schneiderpuppe könntet Ihr sehen, die ich gern verwende, um Jacken oder Mäntel zu füttern oder um das zu nähende Teil schon mal im Groben anzupassen. Die Feinheiten kommen zuletzt am Kunden selbst. 

Zum Nähen benötige ich Wolle und Leder. Beides beziehe ich von einem Stuttgarter Schafzüchter, der mir bereits seit Jahren die beste Wolle und das feinste Leder liefert. 


Ich schneidere für Weiber:
Hüte
Damenhemden
Hosen
Kleider
Damenstrümpfe
Schuhe
Stiefel
Gürtel
Bustiere
Hauben
Schnabelschuhe

Für die Kerle schneidere ich:
Hüte
Herrenhemden
Westen
Hosen
Mäntel
Herrenstrümpfe
Schuhe
Stiefel
Gürtel
Umhänge
Kragen
Roben/Kutten
Schürzen
Kordeln
Kopftücher
Mützen
Schnabelschuhe

Auch die Seemänner bzw. Seefrauen kommen nicht zu kurz. Ich stelle kleine und große Segel her. Geflochtene Strohmatten für ein gemütliches Zuhause gibt es bei mir auch sowie Bettwäsche und Leinwände. Und für die entweder überaus Ängstlichen oder aber Hartgesottenen stelle ich diverse Schilde her.


Meine Kunden bzw. Kundinnen sind überall zu finden. Egal, ob Gärtner, Zimmermann, Metzgerin, Bäckerin, Gemüsehändler oder Landstreicher, wer Kleidung sucht, ist bei mir und meinen schneidernden Händen gut aufgehoben. 
 

Die Modelle


Für den alltäglichen Gebrauch würde ich für ein Weib Rock und Bluse, eventuell ein hübsches Tuch dazu vorschlagen, während für einen Kerl Hemd, Hose und ein passender Kragen gut passt. Die passende Kopfbedeckung nicht vergessen. 








Für den sonntäglichen Gebrauch, zu Feiertagen oder bei besonders feierlichen Gelegenheiten schlage ich meist ein hübsches Kleid vor, die dazupassende Haube und Schnabelschuhe. Für den Kerl eine Hose in einem etwas edleren Stoff, feines Hemd, dazu die passenden Schnabelschuhe, wobei Kerl ja eher zu bequemen Stiefeln greift. 






Mehrere Reisen führten mich nach Frankreich. Allein schon deshalb, um mich in Sachen Mode schlau zu machen. Zu meinem Bedauern musste ich allerdings feststellen, dass Kerl und Weib dort auch nicht wesentlich anders gekleidet ist als bei uns. Doch wird seit Jahren von einem bestimmten Atelier namens Atelier 'R&K' Paris-Mailand gemunkelt, das ganz besondere Modelle herstellt. 



Wie Ihr seht, für Kleidung ist im Reich bestens gesorgt. Und falls Ihr selbst oder Eure Kollegin denn einmal neue Kleidung benötigen solltet, in meiner Schneiderei seid Ihr jeder Zeit herzlich willkommen. 

Den Hinweis auf die Garderobe nimmt die Redaktion dankend entgegen. Unsere Rosa braucht einen neuen Hut und Johann hat den Hosenboden schon blank. Herzlichen Dank! Mögen Eure Hände immer so flink und begnadet bleiben!

Dienstag, 15. September 2015

Geistreiches für die kalten Tage

Da im Herbst Erntezeit ist und zwangsläufig die kalten Tage folgen, bietet das Wischblatt heute ein paar wärmende Vorschläge. Wir machen Aufgesetzten.

Aufgesetzter ist ein Getränk aus Branntwein (Schnaps, Korn), Kandiszucker und Früchten oder Kräutern. 

Für den Aufgesetzten aus Früchten braucht man je 1 Flasche Branntwein, etwa 300 Gramm Früchte und ca. 300 Gramm Kandis. Als Früchte kann man alles verwenden, was Natur oder der Markt zur Zeit bieten. Bewährt haben sich z.B. Holunderbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren oder Pflaumen. Aber auch Hagebutten, Schlehen, Mirabellen und Kirschen - praktisch jedes Obst kann verwendet werden.
Das Obst wird gewaschen und von Stielen befreit, Steinobst wird zusätzlich entsteint. Alle Zutaten füllt man in eine Flasche oder in ein großes Glas, verschließt diese und läßt sie an einem dunklen Ort ziehen.


Von Zeit zu Zeit kann der Aufgesetzte leicht geschüttelt werden. Er ist frühestens fertig, wenn sich der Kandis aufgelöst hat. Je länger man den Aufgesetzten ziehen läßt, desto besser wird er, das können ruhig Wochen oder Monate sein.

Hält man den Aufgesetzten für fertig, oder kann es nicht mehr erwarten, filtert man ihn durch ein Tuch und füllt ihn in Flaschen. Der Aufgesetzte kann kalt und heiß getrunken oder, wenn man Eindruck schinden will, verschenkt werden.

Montag, 14. September 2015

Läuft

Vernimmt man diese Kunde aus des Baders Munde, ist man schon auf dem halben Wege der Besserung: "Läuft". Gemeint ist damit die universelle Behandlungsmethode für eine weite Palette von Krankheiten, dem Aderlass.

Hilft er zum einen gegen "schlechtes Blut", welches sich in den Gliedern staut und verdirbt, kann es zum anderen für die Wiederherstellung des Gleichgewichts der Körpersäfte beitragen.
Ein Ungleichgewicht derer ist nämlich die häufigste Ursache von Krankheiten (siehe hierzu den Artikel Von den vier Säften). Durch Ausleiten von Blut - dem dominanten Saft - wird dem entgegengewirkt.

Der Aderlass

Für Ärzte und Bader ist der Aderlass eine gängige Praxis. Die Menge des zu entnehmenden Blutes wird aus dem Alter des Patienten, seinem Zustand sowie aus der Jahreszeit und den Wetterbedingungen abgeleitet. Die Zeiten für den Aderlass und die entsprechenden Stellen am Körper werden nach astrologischen Kriterien festgelegt.
Angezeigt ist der Aderlass aus Gewanhait (Gewohnheitsaderlass zur Vorbeugung einer Krankheit) und aus Chranchait (kurativer Aderlass zur Heilung einer bereits eingetretenen Krankheit).

Die Lasstafel oder das Lassmännchen

Hilfreich ist den Medizinern dabei die Lasstafel, ein Aderlasskalender im weitesten Sinne. Denn Zeitpunkt und Region für den Aderlass muss (auch in bezug auf die Mahlzeiten) genau berechnet werden. Eine komplexe Angelegenheit also.

Ein weiteres Hilfsmittel ist die Darstellung des Lassmänchens. Darin finden sich Informationen über die Mondstellung und über die Stellen, an denen der rote Saft abgelassen wird.

Obendrein gilt die Regel, wonach der Aderlass an der rechten Körperhälfte im Frühling und Sommer angezeigt ist, der Aderlass an der linken Körperhälfte in Herbst und Winter.
Die Regel erklärt sich aus der Dominanz der warmen Säfte, die in den wärmeren Jahreszeiten durch die vermehrte Blutbildung in der Leber angeregt werden. Im Gegenzug bewirken die kälteren Zeiten einen Überfluss an kaltem Schleim in der Milz, der linksseitig abgeführt werden muss.

Besonderes Augenmerk legen die Aderlasser aber auf die "kritischen Tage", an denen keine Behandlung stattfinden darf. Anderenfalls könnte dies zur Erblindung oder gar zum Tode führen.

Sonntag, 13. September 2015

The Queen’s Speech

Wie auch im letzten Jahr hat Ihre Majestät Rabi de Granezia uns vor Ihrem Amtsantritt freundlicherweise einige Fragen beantwortet.

Johann: Warum habt Ihr Euch erneut beworben?

Rabi de Granezia: Ich hatte eigentlich nicht geplant, erneut anzutreten, insbesondere auch, da mir die aktuelle Arbeit im Kaiserlichen Rat sehr viel Freude macht und ich dort gute Freunde gefunden habe. Doch immer mehr Personen drängten mich, doch anzutreten, da man wieder einen aktiven König brauche. Mir ist bewusst, dass die Abwesenheit seiner Majestät Nordhammer I. nicht sein Verschulden ist. Dennoch verstehe ich all jene, die sich wieder einen König wünschen, der Dinge in die Hand nimmt und eine Richtung vorgibt.

Johann: Welche Eurer Vorhaben zur letzten Amtszeit habt Ihr umsetzen können, was nicht, was werdet Ihr in Zukunft anders/besser machen? 

Rabi de Granezia: Ich hatte in meiner ersten Amtszeit zu viele hochfliegende Pläne. Eine grundlegend neue Bulle, ein Reichsjustizgesetz, ein neues Adelsgesetz und endlich das Reichswirtschaftsgesetz welches nun mal die Bulle verlangt. Ich musste schmerzhaft erkennen, wie langsam sich man überhaupt etwas bewirken kann. Zudem hatte ich damals sehr viel mit dem Kaiserreich zu regeln, was meine Zeit kostete.

Das damals von Xbeta von Abenberg und mir auf den Weg gebrachte Adelsgesetz ist nun endlich verabschiedet. Die anderen Baustellen sind noch offen.

Teilweise werde ich nicht mehr alles auf einmal anpacken wollen. Lieber nur die groben Fehler der Bulle heilen als wieder an einem kompletten Umbau arbeiten, den keiner will. Außerdem werde ich die Kronräte stärker in die Pflicht nehmen und mehr auf Resultate drängen.


Johann: Werdet Ihr Einfluß nehmen bzw. nehmen können auf die Entwicklung des Krieges mit Frankreich? Falls ja, wie könnten der aussehen? 

Rabi de Granezia: Seit Monaten versuchen Thomas de Sparte und ich, Verhandlungen mit den Franzosen zu führen um zu einem Frieden zu kommen. Bisher leider erfolglos. Allerdings hat sich gerade ein ganz dünner Silberstreif am Horizont gezeigt. Es ist bereits mit seiner kaiserlichen Majestät abgesprochen, dass Thomas und ich diese Bemühungen fortsetzen werden da wir nicht gerne das Team wechseln wollen.
Auf der anderen Seite habe ich auch jetzt im Einsatzstab immer wieder die Position der Soldaten (nicht nur der aus dem Königreich) vertreten und verdeutlicht, dass wir keinen Krieg wünschen, sondern Frieden. Dass wir alle lieber heute als morgen abreisen wollen und einfach müde sind.

Letzlich werde ich also nicht viel anders agieren als jetzt schon.
 


Johann: Seid Ihr immer noch an der Front? Falls ja, werdet bzw. könnt Ihr als Königin dort bleiben? 

Rabi de Granezia: Ich bin seit fünf Monaten an der Front und dank der Gnade des Herrn bisher unverletzt. Ich sehe es als meine Pflicht an, auch weiterhin dort mit den Soldaten auszuharren. Allerdings kann ich nicht ausschließen, dass ich eines Tages abreisen muss, wenn meine Anwesenheit im Deutschen Königreich wirklich erforderlich ist. Doch solange das nicht der Fall ist, bleibe ich, meine Familie und auch die königliche Leibwache im Krieg.

Johann: Ihr habt in Eurer Bewerbung von Reformen gesprochen, u.a. Institutionen neu zu gestalten und die Macht umzuverteilen. Ich bin zuletzt über einen Aushang des Reichshofrates gestolpert. In einem Einspruch dazu wird erklärt, daß praktisch der gesamte Reichshofrat miteinander verwandt, verschwägert, befreundet oder per Lehen aneinander gebunden ist. Und laut deren Statuten entscheiden die Mitglieder auch selbst, wen sie in den Reichshofrat aufnehmen und wen nicht. In ferner Zukunft würde man wohl Klüngel dazu sagen. Seht Ihr hier ein vorurteilsfreies Arbeiten gegeben bzw. was wollt Ihr ändern? 

Rabi de Granezia: Also hier dreht ihr meine Aussagen nun doch ein bisschen. Ich sagte zwar, das ich eigentlich eine grundlegende Umstrukturierung unserer Verfassung und des Reiches für gut halte. Aber ich sagte auch, dass dies momentan nicht machbar ist und ich lieber an einem Konsens arbeite um unser zerstrittenes Reich zu heilen.

Was den Reichshofrat anbelangt, so muss ich euch leider Recht geben. Dieses Problem besteht schon seit längerem. Deswegen war es mir auch so wichtig, dass das Adelsgesetz geändert wird und die Entscheidung über Lehnsentzüge nicht mehr alleine in der Hand einiger weniger Hofräte liegt. Das ist nun geschehen. Damit hat das Hofratsamt deutlich weniger Einfluss und ich sehe schon weniger Probleme darin, dass dort viele Mitarbeiter in engen Beziehungen zueinander stehen.
Aber, das einfachste, um so etwas aufzubrechen, ist, sich dort zu bewerben. Vor einigen Monaten eine Reihe neuer Mitarbeiter angefangen, leider ist aber fast keiner langfristig dabei geblieben. Lobenswerte Ausnahmen sind die beiden Württemberger Elfe. von Auenfeld und Konsar von Neuweiher. Man sollte aber auch nicht vergessen, es ist wichtig, dass man sich innerhalb einer Institution gut versteht. Deswegen ist es grundsätzlich gut, dass die Institutionen selbst auswählen können, wer bei ihnen mitarbeitet.
 


Johann: Auch das Reichskammergericht ist ein Punkt in Eurer Bewerbung. Es ist wohl richtig, daß ein nicht geringer Teil der Bevölkerung dieses Gericht ablehnt. Aber es sind nicht inhaltliche Mängel, es ist doch eher die oft unsägliche Wartezeit, ob man nun auf Anworten zu Klageanträgen wartet, auf Urteile oder einfach nur darauf, daß es in einem Prozeß weitergeht. Warum findet man keine Mitglieder, die zeitnah arbeiten? 

Rabi de Granezia: Da widerspreche ich doch, Eine ganze Reihe von Urteilen und auch einige Rechtsklärungen sowie Entscheidungen der Reichsstaatsanwaltschaft sind heftig kritisiert worden.

Doch natürlich dauern auch die Prozesse teils zu lange. Es wäre aber zu einfach, alle Schuld den Reichsrichtern zu geben. Es ist auch eine Masche mancher Verteidiger, durch endlose Fragen Verfahren künstlich in die Länge zu ziehen. Einhalt könnte man hier nur gebieten, indem man die Anzahl der Fragen begrenzt.

Warum man so wenig Mitarbeiter findet die zeitnah arbeiten? Ich glaube das RKG findet überhaupt kaum Mitarbeiter. Das liegt sicher auch daran, dass man zum einen viel Wissen muss, viel Arbeit hat, zum anderen aber kaum Anerkennung erfährt.
 


Johann: Ihr habt ebenfalls den Punkt Kirche angesprochen und sagt, da hätte sich einiges getan. Ehrlichgesagt, in Württemberg ist nicht viel davon zu spüren, außer das ein Pfarrer in Esslingen klagt und ein Diakon in Stuttgart eine Messe für die Soldaten halten will. Das sieht mehr nach Aktionen einiger, verzeiht den Ausdruck, kleiner Lichter aus, aber nicht nach Präsenz der Kirche. Wie wollt Ihr sie für ihre Schäfchen interessieren?

Rabi de Granezia: Hier muss ich dann doch die Gegenfrage stellen. Was, wenn nicht die kleinen Lichter brauchen wir denn? Mein Anspruch an die Kirche war es in erster Linie immer, dass die Pfarrstellen in den Dörfern besetzt sind, dass es Gottesdienste gibt und die Sakramente gegeben werden. Was letztlich auf den oberen Ebenen geschieht, ist sicher für die Kirche sehr wichtig, aber ich messe die Kirche eher an den kleinen Lichtern. So sind in Württemberg jetzt bis auf Esslingen und Zollern alle Gemeinden besetzt, wobei es einen Anwärter für Zollern gibt, der wohl noch seine Ausbildung beenden muss.
Und ich sehe schon auch weitere positive Anzeichen. Der Feldgottesdienst, den die Kirche im Kriegsgebiet abhielt hat mich persönlich sehr gefreut. Das ist etwas, was es so in der Vergangenheit nie gab. 


Johann: Zum Schluß noch eine persönliche Frage: was sagt Eure Familie, wenn zu Euren vielen Verpflichtungen nun noch ein großes und wohl auch zeitaufwendiges Amt hinzu kommt? 

Rabi de Granezia: Mh, zur Zeit habe ich zwei Ämter. Mitarbeiterin im Hofratsamt und Erzkanzlerin des SRING. Beide werde ich selbstverständlich, sobald meine Amtszeit beginnt, niederlegen. Für die Erzkanzlerin wird es einen Nachfolger geben, der auch jetzt schon sehr aktiv im kaiserlichen Rat mitarbeitet, so dass ich dort völlig unbesorgt bin. Ihr seht also, es kommt eine Verpflichtung, dafür aber werde ich eine andere los.

Meine Familie hat mich immer unterstützt. Mehrere Familienmitglieder haben mich sogar gedrängt, erneut zu kandidieren. Sie wissen ja, was auf sie zukommt. Am meisten bewundere ich meinen Mann, ist dieser doch klaglos sechs Monate mit mir durch das Reich gereist und wird auch weiterhin immer an meiner Seite sein. Und irgendwann werden wir unseren Traum doch noch verwirklichen und nach Italien reisen um Schiffe bauen zu lassen.


Wir bedanken uns für die Antworten und wünschen Ihrer Majestät eine glückliche Hand für die kommende Amtszeit.               

Donnerstag, 10. September 2015

Königin Rabi II

Natürlich ist Rabi de Granezia nicht die zweite Königin dieses Namens, es ist ihre zweite Amtszeit als Regentin des Deutschen Königreiches. Bereits am 01.10.1462 gewann sie die Wahlen zur Majestät.

Diesmal hatte die Kurie die Wahl zwischen den Kandidaten Quarke, Rabi de Granezia, Schlangenharry und Tavis. Die Wahlen begannen am 06.09.1463.


An der Wahl nahmen teil Luthiandis, Aliyah_dragon, Sophia Elisabeth, Freygunn, Dura_max, Katchet_von_ibelin, Tiberius, Rodrigo Manzanarez, Lorencz, Carissima, Soltharon, Huppo, Twoflower, Johnstriguil, Stryk99, Ulli, Lady Nicki, Finn von Quindt.

Im 2. Wahlgang erhielt Rabi de Granezia die erforderliche 3/4-Mehrheit indem sie 14 Stimmen auf sich vereinen konnte. 4 Wähler enthielten sich. 

Von der Heimatfront

Am 06. April dieses Jahres rief unser Kaiser erstmalig seine Vasallen, das Kaiserreich im immer noch andauerden Krieg gegen Frankreich zu verteidigen. Erneuert wurde der Aufruf zuletzt am 16.06.1463, und anscheinend war Not am Mann, denn aufgerufen waren ebenfalls Jene, die in der Lage sind ihre Felder und Amtsstuben zu verlassen und Gewöhnlich Bürger. 

Wieviele Württemberger tatsächlich diesen Aufrufen folgten ist unbekannt, fast alles, was mit dem Krieg zu tun hat, unterliegt strengster Geheimhaltung. Trotzdem dringen immer wieder Meldungen von Verwundeten oder gar Gefallenen zu uns. Und natürlich auch Gerüchte und Spekulationen.

So soll der Abspaltungsversuch der noch amtierenden Regentin Lady_Nicki bewußt in die Kriegswirren verlegt worden sein, um sich möglichst viele Gegenstimmen zu ersparen. Denn wer für Kaiser oder König an der Front ist, kann zu Hause keine Einwände erheben.


Doch wie steht es mit den vergangenen und künftigen Ratswahlen? Wie loyal sind die Kandidaten, die in der sicheren Heimat Politik machen, während andere im Kriegsdienst sind? Und keine Einwände erheben können. Natürlich muß die Heimat auch in Kriegszeiten gut geführt werden, doch hätte man in diesen schweren Zeiten nicht längst eine "Notregierung" aus einer gemeinsamen Liste bilden können? Zum Wohle der daheim gebliebenen, aber auch zum Wohle der Württemberger, die in den Krieg gezogen sind und eine Verstärkung oder gar Ablösung willkommen heißen würden.

Waren es in der letzten Amtszeit DBP und Verte, die diverse Vasallen in den Rat statt an die Front schickten, sind es diesmal gleich drei  Parteien, die ihre Leute lieber zum Wohle in der Heimat einsetzen. Und eine vierte Liste wurde von der DBP bereits angekündigt.

So stehen neben der bekannten W.E.I.N. zwei ganz neue Parteien zur Wahl. Eine freie Liste mit Namen Traube und die Royalistische Aristotelische Liga.

Im gesamten DKR sieht es nicht anders aus. Das Wischblatt hat Stichproben gemacht und recherchiert. Während allein in Württemberg bis jetzt 15 Vasallen allein durch Ratslisten gebunden sind, sieht es in Nachbarprovinzen nicht besser aus. Vom Reichsadel sind es gar ca. 40 Personen, die die Heimat der Front vorziehen. Manche sind durch Ämter gebunden, manche schicken Ersatz an die Front oder leisten Geldzahlungen. Aber ist das in allen Fällen notwendig? Wen wundert es da noch, daß dieser Krieg scheinbar endlos dauert?

Und was macht der Kaiser, der doch mit den Franzosen im Krieg liegt? Er gibt zu Hause ein Fest. Immerhin eins zu Ehren der Kämpfer, wenn die auch an der Front nicht viel von dem Gelage mitbekommen werden. Immerhin ist wenigstens der deutsche Vizekönig, Wajakla, an den Kämpfen beteiligt und gibt seinen Mitstreitern so ein Vorbild.

Gormind aus Zwiefalten

Unser nächster Mensch aus Württemberg, ist Gormind, das tapfere Schneiderlein aus Zwiefalten.

Johann: Wer und woher seid Ihr?

Gormind: An einem stürmischen und regnerischen Herbsttag im September klopfte es an der Pforte des Klosters Wiesengarten. Der zuständige Mönch ließ nach dem Öffnen seinen Blick durch die Dunkelheit schweifen, entdeckte aber niemanden. Als er die Pforte schon wieder schließen wollte, verärgert ob der Störung, die ihn bei diesem Wetter aus der warmen Stube getrieben hatte, entdeckte er einen kleinen Weidenkorb auf der Schwelle zum Kloster, in dem sich etwas regte. Als er unter die durchnäßte Decke schaute, entdeckte er einen kleinen Jungen, der vielleicht drei Monate alt sein mochte. Bei dem Jungen fand er nur einen Zettel, auf dem der Name Gormind geschrieben stand. So kam Gormind bei den Zisterziensermönchen des Klosters unter und wuchs hier auf. Über seine Herkunft ist nichts bekannt. Sein ganzer Besitz sind ein ärmlicher Weidenkorb und - was die Mönche stutzig machte - die Decke, in die er eingewickelt war, als man ihn fand, eine Decke aus feinster blauer Wolle mit sorgfältig bestickter Borte am Rand und den Initialen G.v.W. Als den Tag seiner Geburt betrachtet man den 19. September, jenen Tag, als er vor dem Kloster gefunden worden war.
Im Kloster habe ich gelernt zu schneidern, nun nicht grad das aufwendigste und modernste aber robust und zweckmäßig. 


Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen? 

Gormind: Also woher ich wirklich komme ist nicht bekannt. Aber in Zwiefalten bin ich zugewandert, weil ich hier eine Frau kennengelernt habe, mit der mich sehr viel verbindet. Ihren Namen möchte ich nicht preisgeben, da die Verbindung mit ihr nicht ganz unproblematisch ist.  

Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Gormind: Neben der Schneiderei, mit der ich nicht wirklich meinen lebensunterhalt verdienen kann, weil die Leute hier sehr sparsam sind und die Sachen so robust sind, daß sie nie kaputt gehen, betreibe ich einen kleinen Gemüsegarten und ein Weizenfeld.  

Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Gormind: Es gefällt mir in Zwiefalten. Was mir fehlt ist das Wasser. Eine tiefe, unerklärliche Sehnsucht nach dem Meer, einem großen Fluß oder einem See macht sich immer wieder in mir breit. Vielleicht hat sie etwas mit meiner wahren Herkunft zu tun.  

Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?

Gormind: Eine solche Geschichte muß ich Euch leider noch schuldig bleiben, aber wenn sich meine wahre Herkunft jemals klären sollte, dann vielleicht. 

Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

Gormind: Ich bin hier, also gefällt es mir. Meine Sehnsucht hat noch nicht gesiegt und mich dazu bewogen Würtemberg den Rücken zu kehren.  

Das Wischblatt bedankt sich beim werten Herrn Gormind und wünscht viele schöne Stunden mit der unbekannten Dame.
 

Hafelja aus Heilbronn

Heute stellen wir eine langjährige Württembergerin aus dem schönen Heilbronn vor. Praktisch schon ein Urgestein.

Johann: Wer und woher seid Ihr?

Hafelja: Ich bin Hafelja von Hohenau und lebe mit meiner Familie in Heilbronn. Von Beruf bin ich Bäckerin und Medizinerin. Außerdem betreibe ich das Gasthaus "Zum goldenen Ritter" in Heilbronn. Seit fast drei Jahren bin ich dort außerdem die Bürgermeisterin, was mir sehr viel Spaß macht.

Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen? 

Hafelja: Nein. Ich wurde in Passau geboren und bin dann, als Eichstätt gegründet wurde, dort hin gezogen, weil ich beim Aufbau der Stadt helfen wollte. Ich verliebte mich... und mein damaliger Gatte und seine Familie lebten in Heilbronn. Deshalb bin ich auch dort hin gezogen...und seit dem lebe ich hier.

Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Hafelja: Naja... als Mutter führe ich ein erfolgreiches Familienunternehmen, ich backe, braue Tränke und Tinkturen und... bin natürlich für die Bürger und die Gäste von Heilbronn da, wenn sie etwas brauchen. Außerdem sitze ich natürlich auch gerne im Wirtshaus bei einem Kühlen Bier... wobei ich aus Dienstgründen eigentlich meistens Tee trinke.  

Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Hafelja: Heilbronn ist einfach eine schöne Stadt mit vielen netten Einwohnern. Man hilft sich hier und hält zusammen, jedenfalls so weit ich das beurteilen kann. Ich mag meine Bürger.
stören tut mich an heilbronn eigentlich nichts... und fehlen... Hm... es könnten viel mehr Händler nach Heilbonn kommen. Besonders, wenn sie günstige Waren dabei haben... ich kenn da eine Bürgermeisterin die unheimlich gerne Handel treibt... besonders, wenn sie Waren günstig bekommt... und teuer wieder los wird


Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?

Hafelja: Hmmm... glaubt es oder nicht... ich wäre beinahe aus Heilbronn weg gezogen...die Felder waren schon verkauft und die Sachen fast gepackt... da hat es sich ergeben, dass die Grafschaft jemanden gesucht hat, der Waren nach Hall bringen kann... Ich hatte grade Zeit, also bin ich gegangen... und... nochmal ... und nochmal und irgendwie... wollte ich dann doch in Heilbronn bleiben und hab mir wieder Felder gekauft. ... und dann bin ich sogar zur Bürgermeisterin gewählt worden... dabei hab ich früher immer gesagt "Ich werd niemals Bürgermeister... das ist mir viel zu viel Politik"... jetzt sind fast drei Jahre um...und es macht mir tierischen Spaß... auch wenn ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich noch immer nicht unbedingt ein Politiker bin... eher eine Händlerseele

Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

Hafelja: Och da gibt es vieles... die Landschaft, die Leute... ich fühle mich hier einfach wohl...
Fehlen... Hm.. vielleicht mancherorts ein wenig mehr.. Gelassenheit...


Vielen Dank an die werte Hafelja, für die Einblicke in das Leben einer gelassenen Dauerbürgermeisterin.