Donnerstag, 24. September 2015

Anastasia aus Zwiefalten

In der Reihe Menschen in Württemberg stellen wir heute eine Bürgerin Zwiefaltens vor.

Johann: Wer und woher seid Ihr?

Anastasia: Ich bin Anastasia, Tochter des Arthro von macKenzie. Meine leibliche Mutter ist Cecilia und meine angeheiratete, Nicki von macKenzie zu Eriador.
Ja, ich habe eine große Familie. Nein, ich werde sie jetzt nicht aufzählen.
Zwiefalten ist meine jetzige Heimat.
Ich bin Bäckerin, eigentlich und doch erlerne ich auch hier und da Grundzüge der Schneiderei und der Müllerei. Jedenfalls tat ich es, wenn die Ratsarbeit mich nicht völlig einnahm. Doch mein Handwerk und Können ist und bleibt das Backen.
Mein Alter werde ich Euch nicht nennen. Auch wenn Ihr mir dies freiwillig zu beantworten überlässt, schämt Euch auch nur zu fragen!
Scherz am Rande - ich zähle 21 Lenzen und fühle mich wie 45, wenn Ihr es genau wissen wollt.
 


 Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?

Anastasia: Eigentlich liegen meine Wurzeln im Ausland, da meine leibliche Mutter Italienerin ist und mein Vater Schotte. Sehr ungewöhnlich, ich weiß. Doch ich fühle mich weder in dem einen noch dem anderen Land zu Hause. Ich lebe seit ich denken kann im Deutschen Reich. Stuttgart war mein zu Hause, bis ich mich vor etwa sechs Jahren als junges Mädchen verliebte und verlobte. Nur deshalb zog ich nach Rottweil aber auch dort hielt es mich nicht ewig. Ich lebe deshalb schon eine lange Weile jetzt in Zwiefalten und dorthin zog mich schlussendlich meine Familie.

Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit? 

Anastasia: Bisher war der größte Teil meiner Zeit mit der Politik gefüllt. Doch ich habe mich dazu entschlossen, dies endlich einmal an den Nagel zu hängen und mich neuen Aufgaben zu widmen.
Im Moment habe ich meine Tätigkeit bei der KAP wieder aufgenommen und schreibe hier und da einen Artikel. Etwas, woran ich Spaß habe. Aber auch meine Kinder kriegen endlich eine Menge Aufmerksamkeit von mir. Denn die Zeit ist nun gegeben. Jedoch las ich auch, dass es nun Kurse gibt, in denen man das Handwerk des Baders erlernen kann. Ich überlege also aktuell tatsächlich, ob ich mich in diesem Kurs einschreiben möchte.
 


Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt? 

Anastasia: Mir fehlt meine Familie. Mein Bruder Dino. Meine Ma Cessie. Die Freunde. Alle die im Krieg sind seit Monaten. Ansonsten ist Zwiefalten toll. Egal wer wie meckert. Ich mag alles dort. Ja, auch unseren Adolf, über den soviele schimpfen und mit dem ich auch nicht nur einmal aneinander geraten bin. Trotzdem sind in Falten am Ende alle herzensgut und helfen, wenn sie können und wenn es nötig ist. Ich hab es noch nie erlebt, dass einer mittellos war und keine Hilfe erfuhr. Das mag ich bei uns. Wir sind klein, aber oho. So.  

Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?

Anastasia: Ja, auch wenn ich, als es geschah, einen Herzkasper erlitt. Ich war traurig. Hatte meinen Eltern gerade etwas beichten müssen. Besser gesagt meinem Vater und meinem Bruder. Es fiel mir schwer und ich hatte eigentlich damit gerechnet, das man mich verstoßen wird. Doch ich traf auf eine Menge Liebe. Verständnis. Vergebung. Und es ging soweit, das mein Bruder und mein Vater in die Küche meines Gasthauses gingen, denn dort saßen wir. Also im Schankraum. Sie wollten mir Rührei machen. Was wirklich lieb war, wie ich fand. Denn ich sollte ja was essen. Das Ende vom Lied aber war, dass nicht nur Rührei mit Schale serviert wurde, sondern die Küche unter aller Sau und halb verwüstet war. Es war wirklich eine Menge Arbeit danach und das war eines der Momente, in denen ich meinem Stand und damit meiner Dienerschaft dankbar war. Aber es war auch eines meiner schönsten Momente im Leben. Denn im Alltag kommt die Familie selten dazu, so eng bei und vorallem miteinander zu sein.  

Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?

Anastasia: Württemberg. Ja. Ich kenne eigentlich kaum was anderes als Württemberg. All die Erzählungen aus anderen Provinzen sind genau das für mich. Erzählungen. Seit jeher habe ich mich immer nur innerhalb Württembergs bewegt und ich kann nicht einmal groß vergleichen. Sicher, politisch gesehen könnte ich jetzt die Keule schwingen. Ich wette, meine ehemaligen, politischen Gegner erwarten an dieser Stelle sogar, dass ich alles auspacke, was hier in meinen Augen schlecht läuft. Aber das tue ich nicht. Denn ganz gleich wie groß die Streitigkeit zwischen den Politikern sind und waren, Württemberg ist eine tolle Provinz. Wir haben unglaublich viele kluge, aktive Bürger die wirklich mit Elan an die Sache rangehen. Für so ziemlich jeden Bereich haben wir Mitwirker. Gibt es außerhalb Württembergs Probleme, können wir immer problemlos mit anpacken, denn eins war in Württemberg immer und wird es bestimmt immer bleiben: Wir können streiten und helfen trotzdem wo wir können. Eindeutig: Ich liebe meine Heimat. Habe es immer getan und ich werde es auch immer tun.  

Wir bedanken uns bei der werten Anastasia und wünschen ihr bei der Konkurrenz, der KAP, und ihren weiteren Plänen alles Gute.