In der Reihe Menschen in Württemberg stellen wir heute eine Bürgerin Zwiefaltens vor.
Johann: Wer und woher seid Ihr?
Anastasia: Ich bin Anastasia, Tochter des Arthro von
macKenzie. Meine leibliche Mutter ist Cecilia und meine angeheiratete,
Nicki von macKenzie zu Eriador.
Ja, ich habe eine große Familie. Nein, ich werde sie jetzt nicht aufzählen.
Zwiefalten ist meine jetzige Heimat.
Ich bin Bäckerin, eigentlich und doch erlerne ich auch hier und da
Grundzüge der Schneiderei und der Müllerei. Jedenfalls tat ich es, wenn
die Ratsarbeit mich nicht völlig einnahm. Doch mein Handwerk und Können
ist und bleibt das Backen.
Mein Alter werde ich Euch nicht nennen. Auch wenn Ihr mir dies
freiwillig zu beantworten überlässt, schämt Euch auch nur zu fragen!
Scherz am Rande - ich zähle 21 Lenzen und fühle mich wie 45, wenn Ihr es genau wissen wollt.
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?
Anastasia: Eigentlich liegen meine Wurzeln im Ausland, da
meine leibliche Mutter Italienerin ist und mein Vater Schotte. Sehr
ungewöhnlich, ich weiß. Doch ich fühle mich weder in dem einen noch dem
anderen Land zu Hause. Ich lebe seit ich denken kann im Deutschen Reich.
Stuttgart war mein zu Hause, bis ich mich vor etwa sechs Jahren als
junges Mädchen verliebte und verlobte. Nur deshalb zog ich nach Rottweil
aber auch dort hielt es mich nicht ewig. Ich lebe deshalb schon eine
lange Weile jetzt in Zwiefalten und dorthin zog mich schlussendlich
meine Familie.
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?
Anastasia: Bisher war der größte Teil meiner Zeit mit der
Politik gefüllt. Doch ich habe mich dazu entschlossen, dies endlich
einmal an den Nagel zu hängen und mich neuen Aufgaben zu widmen.
Im Moment habe ich meine Tätigkeit bei der KAP wieder aufgenommen
und schreibe hier und da einen Artikel. Etwas, woran ich Spaß habe. Aber
auch meine Kinder kriegen endlich eine Menge Aufmerksamkeit von mir.
Denn die Zeit ist nun gegeben. Jedoch las ich auch, dass es nun Kurse
gibt, in denen man das Handwerk des Baders erlernen kann. Ich überlege
also aktuell tatsächlich, ob ich mich in diesem Kurs einschreiben
möchte.
Johann: Was ist das schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt?
Anastasia: Mir fehlt meine Familie. Mein Bruder Dino. Meine
Ma Cessie. Die Freunde. Alle die im Krieg sind seit Monaten. Ansonsten
ist Zwiefalten toll. Egal wer wie meckert. Ich mag alles dort. Ja, auch
unseren Adolf, über den soviele schimpfen und mit dem ich auch nicht nur
einmal aneinander geraten bin. Trotzdem sind in Falten am Ende alle
herzensgut und helfen, wenn sie können und wenn es nötig ist. Ich hab es
noch nie erlebt, dass einer mittellos war und keine Hilfe erfuhr. Das
mag ich bei uns. Wir sind klein, aber oho. So.
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?
Anastasia: Ja, auch wenn ich, als es geschah, einen
Herzkasper erlitt. Ich war traurig. Hatte meinen Eltern gerade etwas
beichten müssen. Besser gesagt meinem Vater und meinem Bruder. Es fiel
mir schwer und ich hatte eigentlich damit gerechnet, das man mich
verstoßen wird. Doch ich traf auf eine Menge Liebe. Verständnis.
Vergebung. Und es ging soweit, das mein Bruder und mein Vater in die
Küche meines Gasthauses gingen, denn dort saßen wir. Also im Schankraum.
Sie wollten mir Rührei machen. Was wirklich lieb war, wie ich fand.
Denn ich sollte ja was essen. Das Ende vom Lied aber war, dass nicht nur
Rührei mit Schale serviert wurde, sondern die Küche unter aller Sau und
halb verwüstet war. Es war wirklich eine Menge Arbeit danach und das
war eines der Momente, in denen ich meinem Stand und damit meiner
Dienerschaft dankbar war. Aber es war auch eines meiner schönsten
Momente im Leben. Denn im Alltag kommt die Familie selten dazu, so eng
bei und vorallem miteinander zu sein.
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?
Anastasia: Württemberg. Ja. Ich kenne eigentlich kaum was
anderes als Württemberg. All die Erzählungen aus anderen Provinzen sind
genau das für mich. Erzählungen. Seit jeher habe ich mich immer nur
innerhalb Württembergs bewegt und ich kann nicht einmal groß
vergleichen. Sicher, politisch gesehen könnte ich jetzt die Keule
schwingen. Ich wette, meine ehemaligen, politischen Gegner erwarten an
dieser Stelle sogar, dass ich alles auspacke, was hier in meinen Augen
schlecht läuft. Aber das tue ich nicht. Denn ganz gleich wie groß die
Streitigkeit zwischen den Politikern sind und waren, Württemberg ist
eine tolle Provinz. Wir haben unglaublich viele kluge, aktive Bürger die
wirklich mit Elan an die Sache rangehen. Für so ziemlich jeden Bereich
haben wir Mitwirker. Gibt es außerhalb Württembergs Probleme, können wir
immer problemlos mit anpacken, denn eins war in Württemberg immer und
wird es bestimmt immer bleiben: Wir können streiten und helfen trotzdem
wo wir können. Eindeutig: Ich liebe meine Heimat. Habe es immer getan
und ich werde es auch immer tun.
Wir bedanken uns bei der werten Anastasia und wünschen ihr bei der Konkurrenz, der KAP, und ihren weiteren Plänen alles Gute.
