Damit beim Leser nicht das Gefühl aufkommt, Württemberg habe nur schöne Frauen zu bieten, stellen wir heute wieder einen männlichen Württemberger vor.
Johann: Wer und woher seid Ihr (Beruf, Familie, Wohnort, Alter wenn ihr wollt...)?
Jackdan: Nun, ich heiße Jack, also mit vollem Namen Jackdan von Araja, Graf
von Branden und Erbgraf von Löwenstein. Ich bin Sohn vom imperialen
Grafen Jussi, Bruder der Freifrau Mezcalina und Vater der beiden Kinder
Sarah und Freas. Meine Heimat ist Württemberg, mit all seinen Städten,
Landschaften und Menschen. Zurzeit übe ich kein Handwerk aus, bin aber
geschult im Umgang mit Fleisch.
Johann: Habt ihr immer schon dort gelebt, wo ihr jetzt lebt? Falls nein, wo habt ihr gelebt und warum seid ihr umgezogen?
Jackdan: Ja, ich habe schon immer in Württemberg gelebt. Großgeworden und
Aufgewachsen bin ich in Zwiefalten. Doch leider wurde es durch
persönliche Konstellationen nötig, mich nach einer neuen Bleibe
umzusehen. So machte ich rast in Rottweil und auch in Stuttgart. Deshalb
beantworte ich die Frage, wo ich jetzt lebe, mit der Antwort, in
Württemberg.
Johann: Wie verbringt Ihr Eure Zeit?
Jackdan: Nun, meine Zeit verbringe ich meist in der Grafschaft Branden. Diese
liegt im schönen Schwarzwald, dass heißt also viele Berge, noch mehr
Natur und reichlich Wild zu jagen. Außerdem bin ich noch in der
Grafschaft Beamter und Professor für Staatswesen, eine wirklich füllende
Aufgabe.
Auch im Württemberger Schloss hab ich einiges zu tun. Als
Adelssprecher kümmere ich mich um den Vasallensalon, bin mit der Pflege
und einigen organisatorischen Aufgaben beauftragt.
Nun Langweile tritt selten bei mir auf.
Johann: Was ist das Schöne an Eurem Heimatort, was stört oder fehlt?
Jackdan: Die Menschen, einige Leute und mehr Heiterkeit. In der letzten Zeit
ist alles so verbissen und blass geworden.
Johann: Habt ihr eine schöne Geschichte für uns? Etwas, an was ihr Euch immer erinnern werdet?
Jackdan: Als es in Zwiefalten noch ruhiger und gesitteter Zuging als heute,
leitete ich einen Chor, den Zwiefaltener Chor. Wir haben uns
zusammengeschlossen um zu singen, sowie Gesang zu üben. Ob Lieder aus
der Kirche, Lieder der Heimat oder einfach ein paar Trinklieder. Es war
eine schöne Gemeinschaft. So war es bei den Proben immer sehr
unterhaltsam und als Dirigent eine gewaltige Aufgabe die individuelle
Gemeinschaft zu einem Chor zu erziehen. Es konnte ja nicht jeder sein
eigenes Liedchen singen.
Das Größte war aber, woran sich glaub ich einige Mitglieder gern
erinnern, der Auftritt des Chors bei einem großen Fest. Das Publikum war
jedenfalls begeistert und die Euphorie war ebenso großartig. Viele
haben bei den Liedern mit gesungen, haben geschunkelt und getanzt. Das
war eine sehr schöne Zeit.
Johann: Was gefällt Euch in Württemberg, was fehlt in Württemberg?
Jackdan: Och so einiges gefällt mir in Württemberg, aber fehlen tut mehr
Unterhaltung. Feste sind ja was feines, aber so richtig Unterhalten tun
sie mich nicht.
Vielen Dank werter Herr Jackdan. Wer weiß, vielleicht nimmt irgend jemand diesen Artikel zum Anlaß und beschert uns ein paar zünftige Hinrichtungen.
