Mitunter entstehen hiztige Diskussionen, bei denen man einen kühlen Kopf bewahren muss: Zum einen, weil es sich in die Marterie reinzudenken heißt und zum anderen könnten die aufgebrachten Gemüter überkochen. Eine durchaus menschliche Regung, vor der auch kein Ratsmitglied gefeit ist.
Nehmen wir nachfolgende Mitschrift und haben teil an einer Ratssitzung. Zur Debatte steht der Vorschlag, ein Fest auszurichten. Ein nicht unbrisanter Vorschlag! Fingerspitzengefühl ist gefragt.
Schließlich ist so ein Gedanke nicht ohne und die Ausrichtung vielfältig.
Es Bedarf einer strikten Organisation und Vorgabe. Ein Fest geht nicht ohne Vorbereitung, Unklarheiten müssen bereinigt und einzelne Begriffe deutlich definiert sein. Der Teilnehmerkreis muss bestimmt werden und persönliche Differenzen gehören zurückgesteckt.
Dafür bedarf es einer führenden Hand. Die des Grafen. Denn er regiert Württemberg mit dem Rat an seiner Seite. So ist bislang noch immer alle Arbeit erledigt worden.
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| Beratung nach Württemberger Art |
Olga, die Forsche: Ich möchte ein Fest.
Erna, die Langjährige: Das unterstütze ich.
Karl, ein Schlauer: Feste sind langweilig.
Dora, die Quänglige: Was unterstützt du? Den Gedanken an ein Fest oder das Fest selbst?
Erna, die Langjährige: Das Fest.
Dora, die Quänglige: Was heißt "das Fest"?
Emil, ein Ruhiger: Vielleicht will sie spenden?
Flora, eine Bekannte: Karl du findest Feste nur langweilig, weil Olga das vorgeschlagen hat.
Knut, der Weise: Ich spende auch.
Olga, die Forsche: Du bist selber langweilig Karl.
Horst, ein Schlichter: Das musste ja jetzt kommen.
Else, eine Neue: Wir müssen erstmal wissen, wohin wir spenden sollen.
Erna, die Langjährige: Das Fest heißt das Fest, was ist daran so schwer?
Dora, die Quänglige: Dann sag das doch!
Erna, die Langjährige: Hab ich doch! Und ich hab noch ein Schwert.
Karl, ein Schlauer: Feste sind langweilig, egal wer das vorschlägt.
Knut, der Weise: Else dafür bekommst du ein Mandat.
Dora, die Quänglige: Was heißt "ich hab noch ein Schwert?"
Flora, eine Bekannte: Das behauptest du jetzt!
Else, eine Neue: Und wer stellt das aus?
Horst, der Alte: Wir sollten auch die Bürgermeister fragen ob sie was spenden.
Emil, ein Ruhiger: Ich finde es nicht gut, dass Karl nicht hingeht.
Karl, ein Schlauer: Das hab ich nicht gesagt.
Erna, die Langjährige: Zum Spenden.
Flora, eine Bekannte: Doch Karl, das hat sich aber so angehört.
Fritz, ein Nörgler: Vielleicht spendet der Graf ein Fass Bier?
Else, eine Neue: Schön zu wissen, dass meine Frage ignoriert wird.
Knut, der Weise: Hbv oder Kämmerer.
Olga, die Forsche: Horst du machst es nur kompliziert.
Karl, ein Schlauer: Dann musst du richtig zuhören.
Else, eine Neue: Danke!
Dora, die Quänglige: Geht denn jemand auf das Fest? Sonst müssen wir keins machen.
Horst, der Alte: Flora hat zwei Ohren. Die kann hören.
Fritz, ein Nörgler: Hören und Zuhören ist aber was anderes.
Erna, die Langjährige: Ich mach den Bierstand.
Else, eine Neue: Haben wir eigentlich schon abgestimmt?
Olga, die Forsche: Das ist schön, danke Erna!
Klaus, der Macher: Ich habe jetzt im Kulturbereich einen Raum aufgemacht für die Spenden.
Emil, ein Ruhiger: Ich helfe dir beim Bierstand.
Karl, ein Schlauer: Können wir beim Thema bleiben?
Else, eine Neue: Wir wissen doch noch gar nicht, ob der Graf Bier spendiert.
Fritz, ein Nörgler: Wo ist die Abstimmung? Ich finde das nicht.
Dora, die Quänglige: Hauptsache anderen was vom Hören und Zuhören erklären.
Flora, eine Bekannte: Ich hab hier die Nase voll. Ich gehe!
Knut, der Weise: Es gibt keine Abstimmung.
Erna, die Langjährige: Warum gibt es keine Abstimmung? Gab es immer.
Olga, die Forsche: Was ist jetzt mit dem Fest?
Else, eine Neue: Ich finde den Raum mit den Spenden nicht.
Horst, der Alte: Musste das jetzt sein Karl, dass Flora nun geht?
Erna, die Langjährige: Ich hab noch eine Schaufel.
Dora, die Quänglige: Was heißt "ich hab noch eine Schaufel"?
Emil, ein Ruhiger: Verstehe ich auch nicht.
Knut, der Weise: Was verstehst du nicht?
Erna, die Langjährige: Als Spende.
Karl, ein Schlauer: Das Flora geht.
Fritz, ein Nörgler: Nein, das mit der Schaufel. Ich sage doch: Zuhören!!
Else, eine Neue: Haben wir denn einen dritten Preis?
Olga, die Forsche: Wofür denn Preise? Ich will ein Fest.
Der Leiter der Truppe: Ich bitte aber um Disziplin im Umgang mit Schwertern und Schaufeln auf dem Fest!
Der Graf schob Flora und ein Fass Bier vor sich her, als er den Raum betrat. Ob für die Debatte oder als Spende für das anstehende Fest bleibt offen, denn unsere Reporter nutzten die Gelegenheit das Schloss zu verlassen. Nicht wissend, zu welchem Ergebnis der Vorschlag führen wird.
Angesichts der tiefgreifenden Wortbeiträge und interessanten Ausführungen fiel ihnen das schwer. Eine wichtige Meldung aus der Nachbarprovinz machte ihren frühzeitigen Rückzug jedoch nötig. Dort sollten mehrere Säcke Mais geplatzt sein. Das Wischblatt berichtet!
