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| Vereinfachte Abbildung der Vier-Säfte-Lehre |
Der Theorie zufolge verfügt jedes Individuum über vier Launen, deren Hauptflüssigkeiten - schwarze Galle, gelbe Galle, Schleim und Blut - von verschiedenen Organen im Körper produziert werden. Ihre Balance ist ausschlaggebend für die Gesundheit einer Person. So verursacht zu viel Schleim im Körper Probleme der Atemwege und der Körper versucht durch Husten ein Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen.
Es ist die hohe Kunst des Medicus, die Säfte ausgewogen zu halten. Ein Ungleichgewicht kann durch ein Fehlen, ein Zuviel oder ein Verderben eines oder mehrerer Säfte entstehen. Dann ist der Mensch krank.
Ein Überschuss wird zum Beispiel durch Zufuhr eines Gegenelements behandelt: So löscht Wasser Feuer aus und Erde stoppt Wind also Luft. Dem zugrunde liegt die Vier-Elemente-Lehre.
Zu beachten gilt aber: Die Säfte schwanken mit den Jahreszeiten, so dass in jeder Jahreszeit ein Saft überwiegt: Im Winter der Schleim, im Frühling das Blut, im Sommer die gelbe Galle und im Herbst die Schwarze. Außerdem werden die Säfte durch Qualitäten der Wärme und Feuchtigkeit beschrieben.
Das Gleichgewicht der Vier im Menschen kann durch eine spezielle Diätik, Artzneymittel, chirurgische Maßnahmen und Aderlass mit Blutegeln wieder hergestellt werden. Dafür ist aber im Vorfeld eine präzisiöse Diagnostik nötig.
Ein Auszug aus dem Lehrbuch:
Schwarze Galle ist der Herbst, die Milz bringt sie hervor.
Sie ist dem Element Erde zugeordnet und kalt und trocken.
Melancholikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.
Gelbe Galle ist der Sommer, die Gallenblase bringt sie hervor.
Sie ist dem Element Feuer zugeordnet und warm und trocken.
Cholerikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.
Schleim ist der Winter, das Gehirn bringt ihn hervor.
Er ist dem Element Wasser zugeordnet und kalt und feucht.
Phlegmatikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.
Blut ist der Frühling, das Herz bringt es hervor.
Es ist dem Element Luft zugeordnet und warm und feucht.
Sanguinikern schreibt man zu, zuviel davon zu haben.
Die Redaktion ist überzeugt davon, dass W. Eißalles diese Präzisiosität an keiner Stelle missen lässt. Immerhin kann er sich seiner Präzisionswerkzeuge bedienen: Meißel, Zwinge, Zange und Säge.
