Unliebsame Pflicht oder wöchentlich zelebriertes Ritual – Stiefelputzen muss sein!
Es verlängert die Lebensdauer und hält das Leder geschmeidig, der Stiefel bleibt bequem und ist angenehm zu tragen. Darüber hinaus ist gepflegtes Schuhwerk das i-Tüpfelchen der feinen Etikette. Was aber nicht jeder feine Pinkel weiß: Stiefel sollten nie an zwei Tagen hintereinander getragen werden, sondern ein bis zwei Tage auslüften, damit Euch keine übelriechenden Käsemauken entstehen.
Der erste Schritt: Die Vorreinigung
Bevor man zur Schuhwichse greifen, sollten die Stiefel mit einer Bürste von grobem Schmutz befreit werden. Ein Lappen hilft Schlammreste und feuchte Erde zu entfernen, bei angetrockneten Resten kann der Bürstenstiel oder ein stumpfes Messer verwendet werden. Bewährt hat sich auch eine Bienenwachsseife zur Vorwäsche.
Der zweite Schritt: Das Wachsen
Lasst Euch sagen, Leder lebt! Durch die Behandlung mit fettenden Mitteln (Creme oder Wachs) wird es nicht nur schöner, es wird auch Verschleiß durch Reibung vermindert und hinauszögert. Kurz: Das Leder wird weicher, elastischer und anschmiegsamer.
Zum Auftragen der Schuhwichse eignen sich Schuhputztücher oder spezielle Bürsten. Sind die Stiefel eingewichst, beginnet sogleich mit dem Polieren, denn angetrocknete Creme läßt sich nur sehr schwer wieder auspolieren.
Verwendet der Recke Wachs, empfiehlt es sich, die Paste zuvor in die Sonne oder an den Herd zu stellen: Die so „erwärmte“ Wachspaste kann schneller ins Leder einziehen und der Stiefel lässt sich leichter auf Glanz polieren. Im Gegensatz zur Creme darf das Wachs lange einziehen – je länger, desto schneller ist der Glanz herauszupolieren.
Vergesset die Sohlenunterseite und den Absatz nicht; von Zeit zu Zeit solltet Ihr Euren Stiefeln eine Pflege für die gesamte Sohle gönnen, damit sie nicht austrocknet und brüchig wird, zudem schützt dies gegen Nässe und Steinchen.
Der dritte Schritt: Das Polieren
Beim Polieren mit der Bürste wird die Politur in die Lederporen getrieben und gleichzeitig überschüssiges Wachs entfernt. Je länger also das Wachs einziehen konnte, desto weniger muss wieder entfernt werden.
Bei Schuhcreme ist dies nicht der Fall, sie kann leicht antrocknen und lässt sich dann nur noch schwer auspolieren. Am besten eignen sich Polierbürsten aus weichem Pferdehaar, aber auch Poliertücher. Hierbei darf keinesfalls mit starkem Druck gearbeitet werden. Vielmehr kommt es darauf an, sanft und doch schnell zu bürsten, damit die feine Farbschicht auf dem Schuh wieder ihren ursprünglichen, tiefglänzenden Naturton erhält. Nach dem Polieren mit der Bürste bringet Ihr mit Tüchern die letzten Politurreste weg und könnet den Stiefel auf Hochglanz bringen.
Merket also: Ein Stiefeltag die Woche verlängert das Leben Eures Schuhwerks.
Oder wie es Schuster Friedrich von Schiller sagen würde:
Drum prüfe wer sich ewig bindet,
ob sich dein Stiefel gepflegt wohl findet!
Einen wunderschönen Stiefeltag wünscht die Redaktion vom Wischblatt!

