Tiefe Einblicke konnten wir in die Praktiken des berühmten Medikus J. Uckreiz nehmen. Seit Jahren beschäftigt er sich mit brennenden Säften und dickadrigen Auswüchsen, die unangenehme Folgen für die Besitzer haben. Versteckt in der Hinternfalte drücken sie beim Gehen und Stehen. Sitzen ist unmöglich, es sei denn, man hockt auf dem Donnerbalken. Dort verursachen die blauschwarzen Geschwülste aber ganz andere Probleme.
Tiefere Einblicke wollen wir uns an dieser Stelle ersparen. Einen Auszug aus dem Handbuch des Medikus veröffentlichen wir aber gern.
„Man gibt ein Klystier, welches sogleich wieder ausgeleert werden soll,
um die Hämorrhoidalknoten vor den After zu treiben. Sodann lagert man
den Kranken wie bei der Operation der Analfistel, ergreift den Knoten
und führt durch denselben eine Nadel mit doppeltem Faden durch; zwei
Gehülfen erhalten mittelst der Fadenenden die Knoten außerhalb des
Schliessmuskels. Sofort wird ein stabförmiges weißglühendes Eisen 3 – 4
Centimeter tief in den After eingeführt und liegen gelassen, bis es
schwarz geworden; beim Eindringen des Eisens lässt man die Knoten etwas
zurücktreten. Diese Art der Aezung wird zweimal wiederholt; zuletzt wird
auch die Afterhaut, welche zur Bildung der Säcke beiträgt, zerstört,
indem man auf den After ein kegelförmiges, an der Spitze abgestumpftes
Brenneisen aufdrückt. Die Folgen der Operation sind heftige Schmerzen,
Harnbeschwerden, Fieberbewegungen, manchmal sogar Delirien; in den meisten Fällen verschwanden diese Nachwirkungen nach einigen Tagen.“
Die nächste Sprechstunde wird am Marktplatz in Heilbronn abgehalten.
